Kennen Sie auch dieses Gefühl von

Processed with MOLDIV

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Einschnürung im Hals, man glaubt, nicht mehr schlucken zu können, man fühlt sich wie gelähmt und ist unfähig einen Gedanken zu fassen oder sich zu bewegen – vor Entsetzen. Vor Entsetzen von etwas unfassbar Schrecklichem, das einem gerade begegnet oder begegnet ist. In Sekundenschnelle fräsen sich Bilder in unser Gedächtnis, die uns noch ewig begleiten werden.

Dieses Entsetzen überfällt mich, wenn ich unvorbereitet furchtbare Bilder von Tierquälerei sehe, wenn ich sehe, was hilflosen Tieren angetan wird, wenn ich ihre Augen, ihren Gesichtsausdruck und ihre Körperhaltung sehe. Bevor ich mich diesem Anblick entziehen kann, habe ich die Bilder im Kopf und bekomme sie nicht mehr raus. Das beschäftigt mich und lässt mich nicht mehr los.

Und ich frage mich, welchen Sinn es macht, diese Bilder zu verbreiten. Was bewirken sie? Helfen sie, die Welt und das Leben der Tiere zu verbessern? Ich glaube nicht. Sie lösen Entsetzen aus. Und dabei bleibt es leider meist. Und das Verbreiten kann auch für manch krankes Gehirn Inspiration sein. Inspiration, mal zu schauen, wie so etwas geht und was es auslöst.

Ich frage mich auch, warum der- oder diejenige, die dieses Bild oder den Film gemacht hat, nicht eingegriffen hat, anstatt das ins Netz zu stellen. Oder was ich tun kann, um diese Zustände zu verändern, abzuschaffen.

Diese Gedanken treiben mich um. Und an. Und zwar dazu, heute einen Appell gegen die Gedankenlosigkeit zu starten und eine Bitte auszusprechen, sich mit den Folgen von Handlungen zu befassen.

Fast alle, die ich kenne sind für den Tierschutz, finden es furchtbar, wenn Tiere gequält oder getötet werden. Wenn das wirklich so ist, warum läuft dann so viel schief?

Wie passt es zusammen, dass jemand Regenwürmer oder Schnecken von der Straße auf die Wiese trägt, damit sie nicht zertreten oder überfahren werden – im Gegenzug aber beim Discounter die XXL Packung mit Fleischprodukten kauft, deren Inhalt sicher nicht von glücklichen Tieren stammt.

Wie passt es zusammen, dass jemand sein Haustier mit allen möglichen Nahrungsergänzungmitteln  gesundheitlich unterstützt, sich aber empört,  wenn ich eine Futterumstellung auf hochwertiges Futter mit Fleisch aus artgerechter Tierhaltung vorschlage, weil das viel zu teuer würde. Spart aber längerfristig Kosten für gesunderhaltende Maßnahmen. Und viele kleine gelbe Plastiktütchen, weil Hunde bei guter Ernährung ihr Futter besser verwerten können und deshalb  weniger kacken. Und das ist auch noch gut für die Umwelt..

Wie passt es zusammen, dass jemand vehement seine vegetarische Ernährung vertritt, sich aber keine Gedanken darüber macht, dass die meisten herkömmlichen Käsesorten mit tierischem Lab hergestellt werden. Tierisches Lab ist ein Enzym, das aus dem Magen von Kälbern (oder Ziegen oder Schafen), die noch mit Milch gefüttert werden ‚gewonnen‘ wird. Und dieses Lab kann man nicht einfach abzapfen, dazu muss das Tier getötet werden.

Passt natürlich gar nicht zusammen und das ist es auch, was ich damit meine, sich Gedanken über die Folgen unseres Tuns zu machen.

Ist doch eigentlich ganz einfach: wir alle können enorm viel tun, um Dinge zu verändern. Im Kleinen und auch im Großen. Wir brauchen uns nur von der passiven Seite auf die aktive Seite bewegen. Kostet nix, außer etwas Mühe, Nachdenken und Konsequenz. Dass so etwas aber auch Folgen für das persönliche Umfeld hat, werden wir schnell merken. Ist auch nicht immer so schön, aber nur Heulen und Zähneklappern bringt’s halt auch nicht.

Und das wären die Alternativen:

Wenn ich Fotos oder Filme von misshandelten Tieren sehe oder Berichte darüber lese, dann klick ich die nicht einfach mit ‚teilen‘ an, sondern ich tue etwas. Zum Beispiel unterstütze ich eine Organisation, die tatkräftig gegen diese Missstände vorgeht. Oder – wenn ich es live erlebe, greife ich ein. Das ist superschwer und es bringt Angstgefühle hoch, weil ich ja nicht weiß, welche unmittelbaren Folgen mein Handeln hat. Und heute ist die Gewaltbereitschaft einfach sehr hoch ( Die Hilfsbereitschaft aber auch). Ich kann mir aber eine andere Person als Helfer mit ins Boot holen, zu zweit ist man stärker.

Ich ziehe die Konsequenzen aus meinem Handeln. Wenn ich Tierquälerei nicht ertragen kann, dann kann ich auch kein Billigfleisch mehr kaufen. Auch nicht im Tierfutter. In der Konsequenz kann ich dann überhaupt kein Fleisch mehr kaufen. Egal von was für einem Tier. Ausnahme: ich habe ein Haustier. Darüber muss ich mir vorher klar sein. Eine Katze z.Bsp. ist ein reiner Fleischfresser. Da läuft nix mit vegan oder vegetarisch. Das macht die Katze krank. Also kommt hier wieder das Tierfutter mit Fleisch aus artgerechter Haltung ins Spiel. Und das muss es mir dann auch wert sein.

Ich gehe nicht mehr in ein Lokal – auch wenn die Betreiber noch so nett sind und das Lokal noch so angesagt – wenn dort Foie Gras auf der Speisekarte steht. Foie gras (französisch für „Fettleber“) ist eines der furchtbarsten Beispiele dafür, wie Menschen Tieren aus vermeintlicher „Tradition“ schreckliches Leid zufügen. Es handelt sich bei Foie gras um die verfettete Leber junger männlicher Enten und Gänse, die mit enormen Mengen „Futter“ zwangsgestopft werden, bis sich ihre Leber krankhaft weit über das normale Maß vergrößert hat – und zuweilen sogar reißt. (Info PETA).

Das wäre die passive Konsequenz. Die aktive wäre, das Thema anzusprechen und darum zu bitten, die Foie Gras von der Speisekarte zu nehmen. Auch nicht soooo leicht, dieser Schritt.

Ich verzichte auf den leckeren Bergkäse vom Marktstand, weil mir der Verkäufer auf meine Nachfrage nach dem Lab unwirsch mitteilt, dass Käse mit tierischem Lab hergestellt werden MUSS. Sonst schmeckt er nicht. Tut er doch! Man müsste es nur mal probieren. Eine Freundin von mir stellt Ziegenkäse her. Die habe ich nach dem Lab gefragt. Die Antwort: das war mir gar nicht klar, dass es auch mit mikrobiellem Lab geht. Das probier ich aus. Hat sie getan. Und das Ergebnis ist megalecker !

Ein Thema, das für mich gerade nachdenkenswert ist: Eine der Heilmethoden, die ich gelernt habe ist die Blutegeltherapie. Hatte ich nie ein Problem mit, da man die Blutegel nach der Therapie zurückgeben konnte und sie in einem ‚Blutegelrentnerteich‘ nach getaner Arbeit den Rest ihres Lebens verbringen durften. Inzwischen ist das aber gesetzlich verboten und so müssen die Tiere umgebracht werden. Seitdem möchte ich keine Blutegelbehandlung mehr durchführen. Ja, ja, ich sehe schon, wie manche hier das Gesicht verziehen und sagen: ist doch nur ein Egel. Klar. Aber muss ich den deshalb umbringen?  Erst macht der einen super Job und zum ‚Dank‘ dafür, lege ich ihn zum Sterben in den Tiefkühler? Nein, muss ich nicht, ich kann ihn auch zu Hause aufbewahren und dann darf er weiterleben….

Das meine ich mit den Konsequenzen. Es gibt Dinge, die kann ich leicht ändern, dann gibt es Dinge, die fallen mir wahnsinnig schwer. Wenn man mal anfängt, dann ist das ein offenes Ende. Je mehr man sich damit beschäftigt, desto mehr Veränderung bringt es…..und das ist dann die Veränderung zum Guten.

Das ist meine Bitte: einfach mal anfangen. Kleine Alltagssituationen überdenken und schauen, ob wir sie nicht besser machen können – für uns und die Tiere. Und niemanden überschütten mit grauenvollen Bildern. Die helfen nicht, sondern sie lähmen uns. Machen uns fast handlungsunfähig. Mir geht das jedenfalls so. Wenn ich ein Tier z.Bsp. kinesiologisch  behandle, dann schließe ich die Behandlung immer ab mit der Frage an mich selbst: Alles getan zum Wohl des Tieres? Wenn ja, ist gut. Wenn nein, mache ich weiter. So lange, bis es gut ist. So könnte ich dann auch den Satz, den ich neulich gelesen habe ‚ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen könnte‘ ersetzen mit ‚am Ende ist alles gut. Und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende‘ .

 

 

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