Ich zieh mir mein Fell aus …..

Mimi, eine grauweiße Katze mit längerem Fell macht ihrem Frauchen Sorgen. Sie rupft sich die Haare aus und niemand weiß warum. Es wurde ein großes Blutbild gemacht, alle Werte sind tiptop in Ordnung. Als ich zu unserem vereinbarten Termin komme, sitzt Mimi auf dem Fensterbrett. Die Vorderpfötchen stehen nebeneinander, der Schwanz ist sorgfältig einmal um die Katze geringelt – sie wirkt ein bisschen wie eine Prinzessin, die ihren Besuch empfängt. Nur ihr Fell passt nicht so richtig zum Prinzessinenimage: überall hat sie kahle Flächen, als hätte sie die Motten. Als ich sie anspreche, legt sie erst ihren Kopf in meine Handfläche und dann leckt sie mir über die Finger und schnurrt. Die Anamnese ist umfangreich und dauert lange, Mimi verharrt die ganze Zeit in ihrer ursprünglichen Stellung und blinzelt uns ab und zu an. Ich stelle Fragen über Fragen, es gibt keinen Hinweis auf einen Grund von Mimis Rupfattacken. Ich frage die Tierhalterin, ob sie in letzter Zeit in den Ferien war, das verneint sie. Eine andere Katze, die mit im Haushalt lebte war vor einem Jahr gestorben, aber Mimi hat nicht sehr um sie getrauert. Ich bin ein bisschen ratlos, frage ob es sonst irgendwelche Veränderungen gegeben hätte, Handwerker, neue Möbel? Nein, nichts. Aber die Schwester der Kundin war für ein paar Tage zu Besuch gewesen, die hätten sich aber gut verstanden. Die Kundin hat die Schwester wieder nach Hause gefahren und danach fing das mit dem Rupfen richtig heftig an. Dann stellt sich heraus, dass die Schwester ziemlich weit entfernt wohnt und die Tierhalterin deshalb 3 Tage weg war, die Fahrt wäre sonst zu anstrengend geworden. Also hatte doch eine Trennung statt gefunden und zwar gleich doppelt: von der Schwester der Kundin und dann auch noch von der Kundin selbst. Auch wenn es nur für ein paar Tage war. Während ich in meinen Gedanken die passenden homöopathischen Mittel durchgehe, versenkt Mimi ihre Nase an einer Stelle, an der noch Fell vorhanden ist, zuppelt ein bisschen daran herum und rupft sich ganz ruhig und gelassen ein Büschel aus. Sie kuckt noch mal zu uns und wiederholt das Ganze an einer anderen noch behaarten Stelle. Es hat nur eine einzige Gabe von dem passenden homöopathischen Mittel gebraucht um Mimis Kahlschlag zu beenden. Das Fell ist nachgewachsen und als die Tierhalterin das nächste Mal ihre Schwester besucht hat, hat Mimi das Mittel nochmals zur Unterstützung bekommen und hat ihr Fell dort gelassen, wo es hingehört: an ihrem Katzenkörper.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s