2 x Nulltoleranz

2  Meldungen in der Badischen Zeitung haben mich diese Woche besonders beschäftigt:

1. Seit Tagen Protestaktion hinter Gittern. Das ist die Meldung der BZ am 9.5.15.  70 Häftlinge in der JVA sollen seit Tagen das Essen verweigern. Der Grund: In der Gefängnisküche arbeitet ein homosexueller Mithäftling. Die Gefängnisleitung denkt darüber nach, die Häftlinge in andere Gefängnisse zu verlegen.

Liebe Gefängnisleitung: bitte nicht verlegen! Weiter hungern lassen. Unbedingt! Jeder, der jemals gefastet hat, weiß doch, dass Fasten den Geist erhellt, die Gedanken klärt und sich ein großer Friede ausbreitet. In diesem Stadium könnte man dann ja noch mal über den Auslöser dieser Nahrungsverweigerung nachdenken und eventuell in Revision gehen. Viel Erfolg.

2. Entlaufener Kampfstier verletzt 11 Menschen. Das ist die Meldung der BZ am 16.5.15. Toledo/ Madrid: Bei einem Volksfest in Mittelspanien hat ein entlaufener Kampfstier elf Menschen verletzt. 2 Besucher, darunter einen neun Jahre alten Jungen, schwer. Die Polizisten töteten den Stier, indem sie ihn mit einem schweren Fahrzeug rammten. Das Tier war entlaufen, als es für einen Stierkampf in der Arena angeliefert wurde. Am Vorabend wurde bei einem Stierkampf in Madrid ein Torero vom Kampfstier schwer verletzt.

Eigentlich verliere ich bei so einer Meldung die Sprache. Ich werde traurig und wütend und ich wünsche den Menschen, die sich über so ein ‚Schauspiel‘ belustigen können oder es als Sport bezeichnen von ganzem Herzen, dass es einmal ‚Klick‘ macht und sich die Situation umdreht. Dass der Stier den blutrünstigen, grausamen und sadistischen Part übernimmt und sich der Torero und der Zuschauer urplötzlich in der Rolle dessen wiederfindet, der langsam und qualvoll vor einer jubelnden und grölenden, absolut hirnfreien Menschenmenge zu Tode kommt. Wie kommt man dazu, einem Lebewesen so etwas anzutun? Es nur zu diesem Zweck heranzuzüchten? Und wie kommt man dazu, Kinder für so etwas begeistern zu wollen? Wie krank ist denn so eine Gesellschaft! Und was hat das alles mit Kulturerbe zu tun??? Wieviel sagt schon der Umstand aus, dass der entlaufene Stier mit einem schweren Fahrzeug gerammt und somit umgebracht wurde? Von Polizisten, die dies auch mit einem Gewehr schmerzloser hätten erledigen können. Wie fühlt es sich an, wenn man an einer Mauer steht und langsam von einem Auto zerquetscht wird? Toleranz?  Null! Jeder, der so etwas unterstützt, sollte die Panik, die Angst, das Ausgeliefertsein, die Wut, die Hilflosigkeit und den Schmerz am eigenen Körper verspüren müssen. Fände ich mehr als gerecht!

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