Von ‚Fußhupen‘ und anderen Hunden

Vor kurzem wurde ich von einer Familie um Hilfe gebeten, deren Hund  bei jedem Klingeln an der Tür, bei jedem Besuch, egal ob von Fremden oder Freunden, jedes mal komplett ausflippte und sich in einen wahren Bellrausch steigerte. Während wir uns daran machten, dieses Problem zu lösen, erfuhr ich, dass demnächst noch ein zweiter Hund im Haushalt aufgenommen werden sollte – ein Chihuahua. ‚Das ist doch kein Hund, eher eine Fußhupe oder eine Ratte‘ kommentierte ein Familienmitglied verächtlich den Neuzugang.

Da hat es mir dann doch mal kurz die Sprache verschlagen. Ich überhöre solche Aussprüche nicht mehr, weil ich sie einfach für ignorant und respektlos halte. Auch Klein- und Kleinsthunde sind Hunde mit allem ‚drum und dran‘, alle Sinne und Instinkte sind genauso entwickelt, wie bei einem ‚großen‘ Hund. Nur halt in einem kleineren Körper. Und genauso wie jeder andere Hund auch – und das ist mir ein echtes Anliegen – muss auch ein so kleiner Hund erzogen werden. Das wird leider oft übersehen, klar, so ein Kleiner schleift einen ja auch nicht über den Asphalt, wenn er auf die andere Straßenseite will.

Bei einem großen Hund sieht das schon anders aus. Ich habe einige Chihuahuas als Patienten und weiß, was die alles so leisten können. Zwei davon sind in einer Suchhundestaffel und meistern ihre Aufgaben bravourös und als Beste im Team. Sie sind clever und lernbegeistert – man muss sie halt nur aus ihrem Täschchen oder vom Arm runter lassen und sie fordern und fördern. Und sich dann von den Fähigkeiten überraschen lassen und Abbitte tun.

Wie in so vielen Bereichen, liegt die Qualität nicht in der Größe eines Pakets, sondern in dem, was wir darin finden. Tiere sind immer eine Bereicherung für uns Menschen, nicht nur wir lehren sie, sondern auch sie lehren uns viele Dinge. Egal welches Tier, egal welche Größe und Rasse. Es gibt ein wunderbares Buch von Mark Rashid mit dem Titel: ein gutes Pferd hat niemals die falsche Farbe. Wenn das nicht ein Innehalten und eine Überlegung wert ist, weiß ich auch nicht….Der Hund, der den Anstoß für diesen Beitrag gegeben hat, ist übrigens inzwischen deutlich entspannter – und seine Menschen auch.

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