Kennen Sie auch dieses Gefühl von

Einschnürung im Hals, man glaubt, nicht mehr schlucken zu können, man fühlt sich wie gelähmt und ist unfähig einen Gedanken zu fassen oder sich zu bewegen – vor Entsetzen. Vor Entsetzen von etwas unfassbar Schrecklichem, das einem gerade begegnet oder begegnet ist. In Sekundenschnelle fräsen sich Bilder in unser Gedächtnis, die uns noch ewig begleiten werden.

Dieses Entsetzen überfällt mich, wenn ich unvorbereitet furchtbare Bilder von Tierquälerei sehe, wenn ich sehe, was hilflosen Tieren angetan wird, wenn ich ihre Augen, ihren Gesichtsausdruck und ihre Körperhaltung sehe. Bevor ich mich diesem Anblick entziehen kann, habe ich die Bilder im Kopf und bekomme sie nicht mehr raus. Das beschäftigt mich und lässt mich nicht mehr los.

Und ich frage mich, welchen Sinn es macht, diese Bilder zu verbreiten. Was bewirken sie? Helfen sie, die Welt und das Leben der Tiere zu verbessern? Ich glaube nicht. Sie lösen Entsetzen aus. Und dabei bleibt es leider meist. Und das Verbreiten kann auch für manch krankes Gehirn Inspiration sein. Inspiration, mal zu schauen, wie so etwas geht und was es auslöst.

Ich frage mich auch, warum der- oder diejenige, die dieses Bild oder den Film gemacht hat, nicht eingegriffen hat, anstatt das ins Netz zu stellen. Oder was ich tun kann, um diese Zustände zu verändern, abzuschaffen.

Diese Gedanken treiben mich um. Und an. Und zwar dazu, heute einen Appell gegen die Gedankenlosigkeit zu starten und eine Bitte auszusprechen, sich mit den Folgen von Handlungen zu befassen.

Fast alle, die ich kenne sind für den Tierschutz, finden es furchtbar, wenn Tiere gequält oder getötet werden. Wenn das wirklich so ist, warum läuft dann so viel schief?

Wie passt es zusammen, dass jemand Regenwürmer oder Schnecken von der Straße auf die Wiese trägt, damit sie nicht zertreten oder überfahren werden – im Gegenzug aber beim Discounter die XXL Packung mit Fleischprodukten kauft, deren Inhalt sicher nicht von glücklichen Tieren stammt.

Wie passt es zusammen, dass jemand sein Haustier mit allen möglichen Nahrungsergänzungmitteln  gesundheitlich unterstützt, sich aber empört,  wenn ich eine Futterumstellung auf hochwertiges Futter mit Fleisch aus artgerechter Tierhaltung vorschlage, weil das viel zu teuer würde. Spart aber längerfristig Kosten für gesunderhaltende Maßnahmen. Und viele kleine gelbe Plastiktütchen, weil Hunde bei guter Ernährung ihr Futter besser verwerten können und deshalb  weniger kacken. Und das ist auch noch gut für die Umwelt..

Wie passt es zusammen, dass jemand vehement seine vegetarische Ernährung vertritt, sich aber keine Gedanken darüber macht, dass die meisten herkömmlichen Käsesorten mit tierischem Lab hergestellt werden. Tierisches Lab ist ein Enzym, das aus dem Magen von Kälbern (oder Ziegen oder Schafen), die noch mit Milch gefüttert werden ‚gewonnen‘ wird. Und dieses Lab kann man nicht einfach abzapfen, dazu muss das Tier getötet werden.

Passt natürlich gar nicht zusammen und das ist es auch, was ich damit meine, sich Gedanken über die Folgen unseres Tuns zu machen.

Ist doch eigentlich ganz einfach: wir alle können enorm viel tun, um Dinge zu verändern. Im Kleinen und auch im Großen. Wir brauchen uns nur von der passiven Seite auf die aktive Seite bewegen. Kostet nix, außer etwas Mühe, Nachdenken und Konsequenz. Dass so etwas aber auch Folgen für das persönliche Umfeld hat, werden wir schnell merken. Ist auch nicht immer so schön, aber nur Heulen und Zähneklappern bringt’s halt auch nicht.

Und das wären die Alternativen:

Wenn ich Fotos oder Filme von misshandelten Tieren sehe oder Berichte darüber lese, dann klick ich die nicht einfach mit ‚teilen‘ an, sondern ich tue etwas. Zum Beispiel unterstütze ich eine Organisation, die tatkräftig gegen diese Missstände vorgeht. Oder – wenn ich es live erlebe, greife ich ein. Das ist superschwer und es bringt Angstgefühle hoch, weil ich ja nicht weiß, welche unmittelbaren Folgen mein Handeln hat. Und heute ist die Gewaltbereitschaft einfach sehr hoch ( Die Hilfsbereitschaft aber auch). Ich kann mir aber eine andere Person als Helfer mit ins Boot holen, zu zweit ist man stärker.

Ich ziehe die Konsequenzen aus meinem Handeln. Wenn ich Tierquälerei nicht ertragen kann, dann kann ich auch kein Billigfleisch mehr kaufen. Auch nicht im Tierfutter. In der Konsequenz kann ich dann überhaupt kein Fleisch mehr kaufen. Egal von was für einem Tier. Ausnahme: ich habe ein Haustier. Darüber muss ich mir vorher klar sein. Eine Katze z.Bsp. ist ein reiner Fleischfresser. Da läuft nix mit vegan oder vegetarisch. Das macht die Katze krank. Also kommt hier wieder das Tierfutter mit Fleisch aus artgerechter Haltung ins Spiel. Und das muss es mir dann auch wert sein.

Ich gehe nicht mehr in ein Lokal – auch wenn die Betreiber noch so nett sind und das Lokal noch so angesagt – wenn dort Foie Gras auf der Speisekarte steht. Foie gras (französisch für „Fettleber“) ist eines der furchtbarsten Beispiele dafür, wie Menschen Tieren aus vermeintlicher „Tradition“ schreckliches Leid zufügen. Es handelt sich bei Foie gras um die verfettete Leber junger männlicher Enten und Gänse, die mit enormen Mengen „Futter“ zwangsgestopft werden, bis sich ihre Leber krankhaft weit über das normale Maß vergrößert hat – und zuweilen sogar reißt. (Info PETA).

Das wäre die passive Konsequenz. Die aktive wäre, das Thema anzusprechen und darum zu bitten, die Foie Gras von der Speisekarte zu nehmen. Auch nicht soooo leicht, dieser Schritt.

Ich verzichte auf den leckeren Bergkäse vom Marktstand, weil mir der Verkäufer auf meine Nachfrage nach dem Lab unwirsch mitteilt, dass Käse mit tierischem Lab hergestellt werden MUSS. Sonst schmeckt er nicht. Tut er doch! Man müsste es nur mal probieren. Eine Freundin von mir stellt Ziegenkäse her. Die habe ich nach dem Lab gefragt. Die Antwort: das war mir gar nicht klar, dass es auch mit mikrobiellem Lab geht. Das probier ich aus. Hat sie getan. Und das Ergebnis ist megalecker !

Ein Thema, das für mich gerade nachdenkenswert ist: Eine der Heilmethoden, die ich gelernt habe ist die Blutegeltherapie. Hatte ich nie ein Problem mit, da man die Blutegel nach der Therapie zurückgeben konnte und sie in einem ‚Blutegelrentnerteich‘ nach getaner Arbeit den Rest ihres Lebens verbringen durften. Inzwischen ist das aber gesetzlich verboten und so müssen die Tiere umgebracht werden. Seitdem möchte ich keine Blutegelbehandlung mehr durchführen. Ja, ja, ich sehe schon, wie manche hier das Gesicht verziehen und sagen: ist doch nur ein Egel. Klar. Aber muss ich den deshalb umbringen?  Erst macht der einen super Job und zum ‚Dank‘ dafür, lege ich ihn zum Sterben in den Tiefkühler? Nein, muss ich nicht, ich kann ihn auch zu Hause aufbewahren und dann darf er weiterleben….

Das meine ich mit den Konsequenzen. Es gibt Dinge, die kann ich leicht ändern, dann gibt es Dinge, die fallen mir wahnsinnig schwer. Wenn man mal anfängt, dann ist das ein offenes Ende. Je mehr man sich damit beschäftigt, desto mehr Veränderung bringt es…..und das ist dann die Veränderung zum Guten.

Das ist meine Bitte: einfach mal anfangen. Kleine Alltagssituationen überdenken und schauen, ob wir sie nicht besser machen können – für uns und die Tiere. Und niemanden überschütten mit grauenvollen Bildern. Die helfen nicht, sondern sie lähmen uns. Machen uns fast handlungsunfähig. Mir geht das jedenfalls so. Wenn ich ein Tier z.Bsp. kinesiologisch  behandle, dann schließe ich die Behandlung immer ab mit der Frage an mich selbst: Alles getan zum Wohl des Tieres? Wenn ja, ist gut. Wenn nein, mache ich weiter. So lange, bis es gut ist. So könnte ich dann auch den Satz, den ich neulich gelesen habe ‚ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen könnte‘ ersetzen mit ‚am Ende ist alles gut. Und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende‘ .

 

 

Wussten Sie schon, dass Menschen keine Mäuse

sind? Tatsächlich? Herzlichen Glückwunsch, denn dann sind Sie viel schlauer, als zum Beispiel der Wissenschaftsrat. Der Wissenschaftsrat ist ein Gremium, welches Forschungsvorhaben als förderwürdig einstuft. Zum  Beispiel das neue Forschungsinstitut Imitate der Albert-Ludwigs-Uni Freiburg. Ein Gremium ist prima. Finde ich. Das ist so schön neutral. Da kommt man nicht gleich auf die Idee, dass Menschen dahinter stecken. Denn Menschen sind doch eigentlich – oder werden zumindest so definiert –  verstehend, verständig, bzw. weise, gescheit, klug, vernünftig und was weiß ich noch alles.

Demnach können aber in dem Wissenschaftsrat, dem Gremium also, keine wirklichen Menschen tätig sein. Denn die müssten doch wissen, dass Menschen keine Mäuse sind. Oder der Herr Gerd Walz, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin des Freiburger Uniklinikums und  Imitate-Sprecher. Oder seine Forscherkollegen und -kolleginnen. Oder die Landeswissenschaftsministerin Theresia Bauer (von den Grünen !) und ihre  ‚Bundeskollegin‘ Johanna Wanka.

Denn selbst wenn diese Gremienmenschen und Direktorenmenschen und Tierforschermenschen und Wissenschaftsministermenschen nicht verstehend, verständig, vernünftig und weise sind, so könnten sie doch vielleicht wenigstens klug sein. Und kluge Menschen machen sich schlau, wenn sie was nicht gleich wissen. Und bringen in Erfahrung, was da mit insgesamt 57 Millionen Euro gefördert wird.

Sie machen sich zum Beispiel schlau darüber, ob es wirklich Sinn macht, durch Injektion von Krebszellen bei Mäusen bösartige Tumore auszulösen. Sie machen sich schlau darüber, dass es zwar gelingen kann, bei Mäusen diese im Labor hergestellten Tumore zu bekämpfen, dass sich aber daraus  keine wirksamen Therapien bei Menschen ergeben haben. Sie machen sich schlau darüber, dass Tierversuche nicht auf Menschen übertragbar sind – denn Menschen sind eben keine Mäuse. Und nebenbei bemerkt auch keine Schafe. Denn den Schafen wurden dann schon mal in einem Versuch die Beine gebrochen um herauszufinden, wie das denn mit dem Zusammenwachsen der Knochen so ist. Bei den Schafen. Die auf 4 Beinen laufen und nicht auf 2 Beinen so wie wir Menschen. Und wer auf 4 Beinen läuft, der hat eine ganz andere Belastung als einer, der auf 2 Beinen läuft. Wo macht der Vergleich und die Forschung hier Sinn? Und warum wird nicht viel mehr Geld in tierversuchsfreie Forschungsmethoden investiert – davon wurden unzählige in den letzten Jahrzehnten entwickelt. Zum Beispiel In-vitro-Verfahren, bei denen potentielle Wirkstoffe an Mikroorganismen oder menschlichen Zellen und Gewebe getestet werden. Und diese Tests an Mikroorganismen und Zellen und Gewebe sind schmerzfrei!

Die obenstehenden Informationen über den Unsinn der Tierversuche sind Auszüge aus  der Broschüre ‚Der Mensch ist keine Maus – falsche Versprechungen der tierexperimentellen Forschung‘ von  ‚Ärzte gegen Tierversuche e.V.‘ Ausführliche Informationen finden Sie unter http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de.  Wenn Sie denken, Sie halten das nicht aus, das wollen Sie nicht lesen und nicht die Bilder sehen auf der o.g. Homepage, dann fasse ich hier am Ende dieses Beitrags nur ein paar Fakten zusammen. Für Menschen, die Tiere lieben und helfen möchten, dass diese ganzen sinnfreien Tierversuche endlich aufhören. Und die vielleicht auch endlich mal Argumente haben möchten gegen Tierversuche und nicht ’nur‘ einen Kloß im Hals, das Gefühl, dass so etwas einfach nicht sein darf. Dass wir so etwas nicht zulassen dürfen. Dass es ethisch nicht vertretbar ist. Und für  Gremien und schon erwähnte Personenkreise, die sich vielleicht auch mal über das informieren wollen, was sie so großzügig finanziell unterstützen und fördern. Schlau machen halt.

Und das ist meine Bitte an Sie: Wir haben heute alle Möglichkeiten, uns zu informieren. Sie, als Fürsprecher für die Tiere: sammeln Sie Argumente gegen Tierversuche, tauschen Sie sich aus, schließen Sie sich zusammen, schauen Sie nicht weg. Tun Sie Ihre Meinung kund und holen Sie sich Unterstützung. Stellen Sie sich vor, es ist Ihr Hund, Ihre Katze, Ihr Pferd, Ihr Tier – egal was es ist. Tierversuche verursachen so viel Leid, Kummer und Schmerzen: für nichts.

Und Sie, die Sie mit Tierversuchen zu tun haben, direkt oder indirekt: Hinterfragen Sie das, muss es wirklich sein, dass so viele Millionen von Tieren sterben? Wenn Sie nur den geringsten Zweifel haben: artikulieren Sie ihn. Machen Sie sich zu Nutze, dass wir heute Zugriff auf die Ergebnisse der Versuche haben können und hinterfragen Sie die Erfolge kritischer. Machen Sie sich bewusst, dass nicht an Dingen sondern an Lebewesen geforscht wird. Und in diesem Fall können Sie forschen mit foltern gleichsetzen.

Und Sie, die mit Tieren so gar nichts am Hut haben. Wahrscheinlich sind Sie dann gar nicht auf dieser Seite – wenn aber doch, dann denken Sie einfach darüber nach, wie es wäre, wenn Sie stundenlang in einem Becken um Ihr Leben schwimmen müssten. Vorher hat man Ihnen noch ein bisschen Testosteron gespritzt. Warum Sie um Ihr Leben schwimmen müssen? Wenn Sie aufgeben und sich treiben lassen, dann ist erwiesen, dass Sie zu Depressionen neigen und keinen Lebensgeist haben. Blöder Test? Nicht aussagekräftig? Richtig ! Wird aber an der Universität Düsseldorf an Ratten durchgeführt. Und ist sicher auch von einem Gremium als förderwürdig eingestuft worden. Was wäre eigentlich, wenn Sie sich treiben lassen um Energie zu sparen? Depression, fehlender Lebensgeist oder etwa eine schlaue Überlebensstrategie?

 

Und hier sind sie jetzt also, einige Fakten über Tierversuche, zitiert/übernommen aus dem Informationsblatt der Ärzte- gegen-Tierversuche.eV

  • Tierversuche sind grausam. Mehr als 3 Millionen Tiere sterben jedes Jahr in Deutschland im Tierversuch. D.h. alle 10 Sekunden stirbt ein Tier. Die Dunkelziffer ist mindestens 2,5 mal so hoch, tatsächlich leiden und sterben 7,7 Millionen Tiere im Labor
  • Tierversuche sind nicht übertragbar. Ratten vertragen 300-mal mehr Asbest als der Mensch, bevor sie Krebs bekommen. Mäuse vertragen 1 Million mal mehr Bakterien als der Mensch, bevor sie eine Blutvergiftung bekommen
  • Bei 25.000 Tierversuchsstudien gab es eine ‚Erfolgsquote‘ für die klinische Anwendung von 0,024%.
  • Tierversuche sind gefährlich. Zwar leider hauptsächlich für die Tiere aber nicht nur. 92 % der aufgrund von Tierversuchen für den Menschen als wirksam und ungefährlich geltenden Medikamente fallen durch die klinische Studie (= Menschenversuch) und erhalten keine Marktzulassung (wieviel Geld wird denn dann dafür verpulvert?)
  • 20-50% der zugelassenen Medikamente werden später wieder vom Markt genommen oder mit Warnhinweisen versehen.
  • 58.000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr an Nebenwirkungen tierversuchserprobter Arzneimittel = Todesursache Nr. 4
  • Tierversuche sind Geldverschwendung. Mindestens 2,7 Milliarden € stehen allein der Deutschen Forschungsgemeinschaft jährlich aus unseren Steuergeldern für Tier- versuche zur Verfügung – der tierversuchsfreien Forschung nur 4-5 Millionen €.
  • Tierversuche sind ein lukratives Geschäft. Zwischen € 60,00 und € 2.000,00 kostet 1 Maus, je nachdem, wie der Experimentator sie ‚gebaut‘ haben will. Daraus ergibt sich allein in Deutschland ein Umsatz von 1,9 Milliarden pro Jahr nur für MÄUSE.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich geh den ganzen Weg…

mit Dir, das habe ich in Gedanken immer zu meinen Tieren gesagt, wenn sie älter und grauer wurden. Und danach möchte ich nicht noch einmal ein Tier haben und wieder vor der Entscheidung stehen: muss ich mich jetzt verabschieden, mein Tier gehen lassen oder geht es von alleine. Und wenn ich es entscheiden muss, wann ist denn der richtige Zeitpunkt. Wer sagt mir denn, dass es jetzt ist und nicht schon einen Tag vorher oder eine Woche später? Mein erster Kater wurde eingeschläfert und ich konnte nicht dabei sein. Ich hab mir geschworen, das passiert mir nie wieder. Mein zweiter Kater starb in meinen Armen. Der dritte Kater wurde eingeschläfert, als ich verreist war. Ich habe es nicht geschafft, rechtzeitig zurückzukommen und habe mich furchtbar gefühlt.

Meine Katze hat mich viele, viele Jahre begleitet. Sie wurde sehr alt, sie wurde dement, sie  wurde taub, hat nur noch wenig gesehen, sie hat sich verlaufen und ich habe große Ängste ausgestanden, dass ich sie nicht wiederfinde. Sie war aber immer sehr freiheitsliebend und so habe ich erst die Katzenklappe verschlossen, als es gar nicht mehr anders ging. Da war sie aber zufrieden mit, sie hat zum Schluß eh die meiste Zeit verschlafen. Wenn sie wach war oder aufgewacht ist, hat sie nach mir gerufen. Da sie nichts mehr gehört hat, war das Rufen entsprechend laut, auch nachts. Ich habe mich oft wie gerädert gefühlt, wenn ich gerade erst eingeschlafen war und sie dann die Idee hatte, jetzt ist Zeit für Fressen oder Schmusen oder manchmal auch ein bisschen spielen. Und manchmal bin ich auf Unverständnis gestossen, weil ich nicht mehr abends weggehen wollte oder länger in Ferien in der letzten Zeit. ‚Du musst doch auch an Dich denken, wieso tust Du Dir das denn an?‘

Gegenfrage: Was hab ich mir denn angetan? Was sind ein paar – oder auch mal viele paar – Nächte mit wenig Schlaf? Es ist doch auch schön, wenn man zu seinem grauen Schnauzentier  geht, es zu sich nimmt und an sich kuscheln lässt und dieses dann entspannt einschläft für den Rest der Nacht, weil es sich aufgehoben und beschützt fühlt?

Ich war in ständiger Sorge, dass ich den ‚richtigen Moment‘ verpasse, dass ihr Zustand in Leiden übergeht und ich das vor lauter nicht Loslassen können nicht sehen will.

Ich habe schon viele Sterbebegleitungen gemacht und Tiere gehen sehen, es ist nichts Fremdes für mich und auch nichts Schlimmes. Das Sterben gehört halt dazu, bei jedem Lebewesen. Ich bin froh, dass wir die Möglichkeit haben, unseren Tieren zu einem würdigen Ende zu verhelfen und ihnen viele Schmerzen ersparen können. Und dass wir dabei sein können – wenn wir das denn können. Ich weiss, dass es viele Menschen nicht schaffen, diesen letzten Weg mit Ihrem Vierbeiner zu gehen, sie können es einfach nicht aushalten. Und deshalb muss sich auch niemand schuldig fühlen, unsere Tiere verstehen das schon. Die haben meist ihr Leben lang fast nichts anderes getan, als uns zu beobachten und zu studieren, manchmal denke ich, sie haben uns besser durchschaut als wir uns selbst. Aber es kann auch sehr sehr friedvoll sein, gemeinsam mit seinem Tiergefährten die letzten Stunden zu verbringen und da zu sein, dabei zu sein, wenn er sich von selbst auf den Weg in eine andere Welt oder ein anderes Leben macht – wer weiss das schon. Es zeigt sich nochmals eine große Verbundenheit und Innigkeit, gepaart natürlich mit großem Schmerz und Verlustgefühl. Aber so ist das halt, wenn einer geht, er hinterlässt ein Vakuum, eine unfassbare Lücke, eine unendliche Leere. Kein Katz mehr, das einen gurrend und schnurrend begrüßt, wenn man die Tür aufschliesst oder eben auch kein Hund mehr, der einem schwanzwedelnd entgegenkommt und fragt: und was machen wir jetzt, ich bin total ausgeruht und Du?

Es dauert lange, bis es tief drinnen an kommt, dass es kein ‚es ist‘ sondern jetzt ein ‚es war‘ heißt und ich bin froh, dass ich mit meiner Katze den ganzen Weg gehen konnte. Und es wäre mir nicht in den Sinn gekommen, sie zum Schluss noch in einen Transportkorb zu stecken und irgendwohin zum Einschläfern zu bringen. Ich habe das hier zu Hause, in meiner und ihrer vertrauten Umgebung machen lassen, ich habe mich vorbereitet, wollte bereit sein, den ganzen Weg mit ihr zu gehen und das war gut so, auch wenn es schmerzhaft war. Ich habe es nicht vorher gewußt, ob es der ‚richtige‘ Zeitpunkt war, aber sie konnte an mich gekuschelt friedlich gehen, sie ist wirklich eingeschlafen. Und erst Tage danach wusste ich, dass es tatsächlich der richtige Zeitpunkt war. Ich hab sie hier behalten, noch zwei Tage und Nächte und erst dann habe ich sie zum Einäschern abholen lassen. Das war nochmals ein schlimmer Moment, denn dann war auch der Körper weg, dann war sie ganz weg. Und es war nochmal ein Stück leerer.

Ich schreibe diesen Beitrag, weil ich es wichtig finde, sich mit dem Sterben und dem Verlust von seinem Tier zu beschäftigen. Und sich bewusst zu werden, dass man nur eine begrenzte Zeit zusammen hat. Und die sollte man nutzen, um es sich und seinem Vierbeiner gut zu machen. Um sich kennenzulernen, empathisch zu sein. Und wenn Sie Ihr Hund mal wieder mit seinen Dreckpfoten anspringt und Sie aussehen lässt, als hätten Sie schon die ganze Woche die selben Klamotten an, dann ärgern Sie sich nicht, schreien Sie ihn nicht an, überlegen Sie sich, was Sie tun können, um eine solche Situation in Zukunft zu vermeiden  – ihn zu erziehen wäre so eine Möglichkeit.

Und wenn Ihre Katze auf Ihre Lieblingsjeans pieselt oder die frisch gebügelte Wäsche Ihres Partners oder Ihrer Partnerin, dann überlegen Sie  nicht, sie abzugeben – die Katze -, sondern fragen sich, warum sie das macht und finden Sie eine Lösung.

Jetzt können Sie das noch. Irgenwann nicht mehr.

Mein Lieblingshundemädchen ist auch schon eine graue Schnauze und wenn sie manchmal nach einem Spaziergang so ganz langsam und gemütlich vor sich hintrottet oder mal stolpert, dann schau ich sie an und hoffe, dass sie uns noch lange Zeit erhalten bleibt. Und wenn sie dann massiv Streicheleinheiten einfordert oder mal ihre ‚zickigen Minuten‘ hat, dann hätte ich sie früher zurechtgewiesen. Heute denke ich: ok, sie ist halt eine alte Hundedame – lass mal gut sein. (Aber das lass ich sie natürlich nicht wissen, auf gar keinen Fall).

Ob irgendwann wieder eine Katze hier einzieht? Keine Ahnung, irgendwann vielleicht schon. Aber bis dahin möchte ich nicht gefragt werden: Und? Holst Du Dir eine Neue? Was soll das heißen: eine Neue? Das ist kein Auto, kein Dampfkochtopf, das ist, bzw. war ein Lebewesen, das mit mir, seinem Menschen, viele Jahre verbracht hat, das ist nicht austauschbar. Und: es braucht seine Zeit: zu trauern, sich zu verabschieden, sich an die neue Situation zu gewöhnen und das verdient Respekt. So wie der letzte gemeinsame Weg.

 

 

 

Flattert Ihnen auch jedes Jahr eine

freundliche Erinnerung ins Haus, dass die nächste Impfung für Ihren Vierbeiner fällig ist? Haben Sie sich jemals gefragt, ob das wirklich notwendig ist? Ihr Hund ist vielleicht schon eine graue Schnauze, die Katze kein Freigänger sondern ein Wohnungstiger – und trotzdem impfen? Jedes Jahr auf’s Neue?

Was passiert eigentlich bei einer Impfung? Eine Impfung ist eine Art künstliche Infektion. Mit einer Spritze werden abgeschwächte oder veränderte Erreger (z.Bsp. Grippeviren) dem Impfling (in diesem Fall Ihrem Haustier) millionenfach in den Körper injiziert. Damit wird der Weg der natürlichen Virusinfektion umgangen und der Organismus wird schlagartig von einer Heerschar von Viren überfallen, ohne dass er Zeit dazu hatte, sich darauf vorzubereiten und Abwehrmassnahmen ergreifen zu können. Bei einer natürlichen Infektion hätte der Körper mehrfach Gelegenheit zur Virusabwehr gehabt, zum Beispiel über die Schleimhautabwehr aller Körperöffnungen und – sollte diese Abwehr versagen – über die regionalen Lymphdrüsen.

Der Körper hätte nicht nur Gelegenheit zur Abwehr der Viren gehabt, sondern hätte sie auch kennen lernen und identifizieren können. Der ganz bestimmte Code, der jedem Virus zu eigen ist hätte zukünftg die Abwehrmaßnahmen des Körpers gegen diesen speziellen Eindringling optimiert und so das Immunsystem auf natürliche Art und Weise stimuliert.

Nach der Impfung – also der künstlichen Infektion – wird bei dem größten Teil der Impflinge ein erhöhter Abwehrspiegel (Antikörper-Titer) erzeugt. Das passiert aber nicht sofort, sondern erst nach einer Zeit der Abwehrschwächung (Immundepression). Jede Impfung bewirkt erst einmal eine Schwächung der Abwehr, weil der Körper ja keine Gelegenheit hatte, vorbereitend Abwehrmaßnahmen zu ergreifen. Nach der Abwehrschwäche steigt durch die Impfung der Antikörper-Titer sprunghaft an. Immunforscher sind der Meinung, dass erst danach der beabsichtigte Impfschutz vorhanden und belastbar ist. Die Frage ist aber, ob ein Körper ohne einen so hohen Antikörper-Titer wirklich schutzlos ist. Ist es nicht so, dass der Organismus auch aus eigener Kraft und ohne Impfung genügend wirksame Abwehrmöglichkeiten besitzt?

Die Immunabwehr stützt sich nicht in erster Linie auf eine dauerhaft vorhandene hohe Menge von Antikörpern gegen jeden erdenklichen Erreger auf dieser Erde – das wäre bei der Masse von unterschiedlichsten Krankheits- keimen auch gar nicht zu leisten. Die Immunabwehr stützt sich in erster Linie auf ein Wiedererkennungs- und Identifizierungssystem, bei dem jeder Krankheitserreger, gegen den der Organismus einmal Antikörper-Abwehrstoffe gebildet hat, wie auf einer Festplatte abgespeichert und jederzeit abrufbar, bzw. reaktivierbar ist.

Also erzeugt der Körper auch ohne Impfung die notwendigen Antikörper, wenn er mit denselben oder ähnlichen Keimen in Kontakt kommt. Daraus können wir durchaus logisch schließen, dass auch keine Folgeimpfungen notwendigen sind, wenn sich einmal Antikörper gebildet haben.

Auch Menschen werden nicht jährlich gegen Masern, Windpocken, Röteln etc. geimpft – Tiere aber schon! Die Frage ist doch: Warum soll das notwendig sein? Geimpft wird mit Lebendimpfstoffen oder sogenannten Totimpfstoffen. Die Lebendimpfstoffe wirken schneller und sollen verträglicher sein. ABER: Lebendwirkstoffe vermehren sich im Impfling und werden auch auf die Föten/Embryos übertragen und können über das Fleisch weiterverbreitet werden.

Den Totimpfstoffen werden zu den inaktivierten Erregern Zusatzstoffe beigefügt, die die Abwehrkräfte steigern sollen.

Lassen Sie diesen Satz einfach mal in sich wirken und denken Sie darüber nach: einerseits überschwemmt man den Körper mit Viren und schwächt die Abwehr, andererseits fügt man unnatürliche ‚abwehrsteigernde‘ Stoffe zu, die der Organismus ja auch noch irgendwie verarbeiten muss. Impfungen mit Totimpfstoffen müssen mehrfach wiederholt werden, um die Wirksamkeit zu steigern.

Was ist denn nun so drin in den Impfstoffen – egal ob tot oder lebendig? Da findet sich Fremdeiweiss, Viren, Toxine, Quecksilber !!, Aluminiumverbindungen !!, Antigene von Bakterien, Phenole (= u.a. Farbstoffe, Hormone, Säuren), Stabilisatoren – und die unterliegen zum größten Teil nicht dem Arzneimittelgesetz und müssen nicht toxikologisch geprüft werden.

Auch enthalten ist Gentamycin, ein Antibiotikum, das schwerste Nebenwirkungen hervorbringt. Dazu zählen Gehörschäden durch Schädigung des Hirnnerves, der für Gleichgewichtssinn und Hören verantwortlich ist. Diese Schädigungen sind meist irreversibel. Des weiteren Nierenschäden, Muskelschwäche, Taubheit der Glieder bis hin zum anaphylaktischen Schock, Epilepsie, Abort.

Wenn unbedingt geimpft werden muss, dann beachten Sie bitte unbedingt:  niemals in eine bestehende Krankheit hineinimpfen, keine Mehrfachimpfung (Kombiimpfung), die Tiere müssen voruntersucht und gesund sein, keine trächtigen Tiere impfen, keine Säuglinge impfen (die haben Antikörperschutz durch Muttermilch)

Und stellen Sie sich immer nochmals die Frage: muss das wirklich sein ?

Tollwutimpfung: bis vor ein paar Jahren wurde noch jährlich Tollwut geimpft – obwohl wir hier keine Tollwut haben. Dann kam die Information, die Tollwutimpfung ‚hält‘ für 2 Jahre und jetzt muss nur noch alle 3 Jahre gegen Tollwut geimpft werden. Stellt sich da nicht die Frage, wie ein Impfstoff, der sich seit Jahr und Tag nicht verändert hat, erst ein, dann zwei und jetzt plötzlich drei Jahre wirksam sein kann?

Nachdem alle Pferde, die an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen, seit mindestens 20 Jahren gegen die Pferde-Influenza geimpft werden, haben Herpesvirusinfektionen drastisch zugenommen. Also wird jetzt auch gegen Herpes geimpft.

Und noch was zum Nachdenken: wenn die Impfungen so wirkungsvoll sind, welche Gefahr ginge von einer ungeimpften Katze in einer Katzenpension aus? Oder von einem ungeimpften Hund in der Hundeschule? Wenn doch alle anderen Tiere dort geimpft sind, haben sie den super Impfschutz und es kann gar nichts passieren…..theoretisch. Aber die Wirksamkeit von Impfungen ist ein ganz eigenes Thema.

Ein Organismus, der gar nicht auf eine Impfung reagiert, ist oft nur zu schwach, um sich zu wehren und nicht so stark, dass es ihm nichts ausmacht! Ein gesunder Organismus muss sich gegen die Vielzahl von Viren, die ihm durch eine Impfung eingepflanzt werden wehren: durch Fieber, Müdigkeit, u.U. Erbrechen oder Durchfall. Deshalb geben Sie bitte NIE einem Tier, das nach einer Impfung Durchfall bekommt oder erbricht, Medikamente gegen diese Folgen – hier muss ausgeleitet und der Organismus unterstützt werden.

Impfschäden sind auch vererbbar und können über die Muttermilch übertragen werden. Nach einer Impfung braucht der Körper ein Ventil, um die Giftstoffe zu entsorgen – und dieses Ventil ist meistens die Haut. Es entstehen dann Pusteln, Ekzeme, Haarausfall, Ödeme….

Nach jeder Impfung kann es zu Erkrankungen oder Komplikationen kommen – auch Wochen und Monate später kann dies noch passieren. Nur bringt niemand mehr diese Erkrankung mit der Impfung in Verbindung.

Also, wenn Ihnen das nächste Mal eine freundliche Impfeinladung in’s Haus flattert, überlegen Sie gut, ob Sie sie annehmen. Und wenn Sie jetzt denken: ach diese Homöopathen, die machen da echt wieder ein Riesending draus, dann empfehle ich Ihnen das Buch: Hunde würden länger leben, wenn…….. In diesem Buch geht es nicht nur um Hunde, sondern um Tiere und Menschen und um das Impfen generell.

Und wer hat’s geschrieben? Eine Homöopathin? Nein! Eine Tierärztin, nämlich Dr.med.vet.Jutta Ziegler. Danke dafür!

Alles hat seine Zeit und alles braucht seine Zeit – eigentlich. Aber diese

Zeit wird immer schneller – im tatsächlichen Leben, im Umgang mit Menschen und Tieren und in der Wortwahl sowieso. Das spüre ich in meinem Leben und auch in meiner Arbeit sehr oft. Da ist ein Tier schon Wochen oder sogar Monate lang krank, alles mögliche wurde bereits probiert und jetzt liegt die große Hoffnung auf dem (schnellen) Erfolg einer homöopathischen Behandlung.

Ich nehme mir Zeit – für eine Erstanamnese ungefähr 1 bis 1 ½ Stunden. Ich stelle viele Fragen, ich nehme das Tier wahr, berühre es, finde das homöopathische Mittel, welches am Besten passt. Ich erkläre, welche Reaktionen auftreten könnten, aber nicht unbedingt müssen und wie die Homöopathie wirkt. Manchmal wirkt ein Mittel extrem schnell, innerhalb weniger Stunden oder Tage. Und manchmal braucht es Zeit: je länger eine Krankheit besteht, desto länger kann die Heilung dauern und auf dem Weg dorthin können alte Krankheiten wieder akut werden, um dann endgültig abzuheilen. Je nach Potenz lasse ich die Mittel dann auch mal länger und in Ruhe, ihre Arbeit tun’. Und höre dann: also vor einer Woche hat mein Tier jetzt das Mittel bekommen, warum tut sich da denn jetzt nichts. Dann nehme ich mir noch mal Zeit und erkläre: dass ich nicht jeden Tag ein anderes Mittel geben kann, dass ich nicht nach einer Woche ein Mittel wiederholen möchte, zeige auf, dass es doch bereits Veränderungen gab, aber halt Schritt für Schritt und nicht ‚Peng’ auf einmal ist alles gut.

Die Tierhalter meiner Patienten sind glücklicherweise überwiegend geduldig und der Erfolg gibt dem ‚Zeit lassen’ recht. Und sich Zeit lassen, bzw. sich Zeit geben, sollte man auch im Umgang mit seinen Tieren. Wenn ein Tier neu ins Haus kommt, muss es sich erst einmal orientieren. Es braucht Zeit, uns zu beobachten und Zeit um zu erkennen, wie der Tagesablauf bei uns ist und Zeit, zu lernen, was wir von ihm erwarten. Ich erziehe keinen Hund in 4 Wochen, selbst wenn es ‚eigentlich ein ganz Lieber, aber…’ ist oder megaintelligent. Ein Tier braucht Zeit für seine Entwicklung – so wie wir auch. Und gemeinsam brauchen unser Tier und wir richtig viel Zeit, um eine Beziehung aufzubauen (finde ich übrigens viel viel wichtiger, als dass der Hund gleich sitz, platz und bleib kann), um Vertrauen zu fassen und uns in unserem gemeinsamen Leben einzurichten.

Die Jahre bringen Veränderungen in unserem Leben, und auch für diese Veränderungen brauchen wir Zeit. Wir gehen mit unserem Hund durch die Welpenzeit, die Rüpelzeit und und und …und dann kommt die Zeit des Älterwerdens, da braucht es sowieso noch mal mehr Zeit – bei Menschen und Tieren.

Mir kommt es so vor, als wäre es in unserer jetzigen Zeit absolut wichtig, möglichst alles gleichzeitig zu tun: Mails bearbeiten und dabei die Katze streicheln, mit dem Hund rausgehen und über das Handy unsere Termine zu besprechen, selbst beim Ausreiten mit dem Pferd werden vom Sattel aus wichtige Gespräche geführt. Wenn ich mit Hundehaltern ‚Menschen-und-Hunde-Training’ mache, dann nehme ich mir auch Zeit: ich zeige, was der Hund mit seiner Körperhaltung ausdrückt, was er mitteilen will, was seine Reaktionen auf bestimmte Situationen bedeuten. Aber auch wenn es eine ‚Hundesprache’ gibt, gibt es unter Hunden Unterschiede im Ausdruck. Und wenn ich mir nicht die Zeit nehme, dies zu beobachten, dann lese ich ein Tier falsch und dann kann ich die Situation nicht verbessern, sondern verschlimmere sie u.U. noch durch eine Fehlinterpretation. (Das wäre dann die vergeudete Zeit.) Wenn mir ein Mensch sagt: mein Hund macht draußen bei anderen Hunden ‚blöd’, dann nehme ich mir die Zeit und schaue zuerst einmal, wie sich der Hund denn zu Hause in seinen vier Wänden verhält. Das ist wichtig, weil ich vom Verhalten drinnen auch auf das Verhalten draußen schließen kann. Und wenn wir Dinge drinnen verändern, kann sich das auf das Verhalten draußen positiv auswirken.

Ich gebe aber auch zu, dass ich höllisch aufpassen muss, um mich nicht mit dem ‚Alles-gleichzeitig-erledigen-können-müssen-Virus’ anstecken zu lassen. Da gibt’s jetzt nämlich jetzt nicht gerade mal ein Globuli dagegen, da liegt es an mir, darauf zu achten, dass ich mich nicht mit meinem Auto an jemandem vorbeiquetsche, der gerade nicht auf Anhieb in seine Parklücke passt und dass ich nicht vor dem Fahrradfahrer noch schnell über die Straße laufe oder ungeduldig mit dem Fuß tapse, wenn der Mensch vor mir an der Kasse sein passendes Kleingeld nicht schnell genug aus dem Geldbeutel klaubt.

Dabei hilft mir aber sehr, dass ich mich in die Situationen hineinversetzen kann: ich werde sauer und extrem gestresst, wenn Mitmenschen rücksichtslos mit einem Affenzahn an mir mit Fahrrad oder Auto vorbeidonnern, mir den Einkaufswagen in die Fersen rammen, mich – den Blick fest auf ihr Handy gerichtet – einfach umrennen und keine Zeit haben Entschuldigung zu sagen (ihnen aber genügend Zeit bleibt um ein ‚Mensch pass doch auf’ über die Lippen zu bekommen).

Um das mal schnell alles kurz zusammen zu fassen: lassen Sie sich Zeit, setzen Sie sich nicht dauernd selber unter Druck und denken Sie immer daran: alles hat seine Zeit, alles braucht seine Zeit und auch Tim Bendzko hat es nicht geschafft, nur mal kurz die Welt zu retten.

Mehr Beiträge zum Thema Zeit gibt es auch in der Blogparade: http://emotures.de/allgemein/blogparade-endlich-zeit-finden

Ich zieh mir mein Fell aus …..

Mimi, eine grauweiße Katze mit längerem Fell macht ihrem Frauchen Sorgen. Sie rupft sich die Haare aus und niemand weiß warum. Es wurde ein großes Blutbild gemacht, alle Werte sind tiptop in Ordnung. Als ich zu unserem vereinbarten Termin komme, sitzt Mimi auf dem Fensterbrett. Die Vorderpfötchen stehen nebeneinander, der Schwanz ist sorgfältig einmal um die Katze geringelt – sie wirkt ein bisschen wie eine Prinzessin, die ihren Besuch empfängt. Nur ihr Fell passt nicht so richtig zum Prinzessinenimage: überall hat sie kahle Flächen, als hätte sie die Motten. Als ich sie anspreche, legt sie erst ihren Kopf in meine Handfläche und dann leckt sie mir über die Finger und schnurrt. Die Anamnese ist umfangreich und dauert lange, Mimi verharrt die ganze Zeit in ihrer ursprünglichen Stellung und blinzelt uns ab und zu an. Ich stelle Fragen über Fragen, es gibt keinen Hinweis auf einen Grund von Mimis Rupfattacken. Ich frage die Tierhalterin, ob sie in letzter Zeit in den Ferien war, das verneint sie. Eine andere Katze, die mit im Haushalt lebte war vor einem Jahr gestorben, aber Mimi hat nicht sehr um sie getrauert. Ich bin ein bisschen ratlos, frage ob es sonst irgendwelche Veränderungen gegeben hätte, Handwerker, neue Möbel? Nein, nichts. Aber die Schwester der Kundin war für ein paar Tage zu Besuch gewesen, die hätten sich aber gut verstanden. Die Kundin hat die Schwester wieder nach Hause gefahren und danach fing das mit dem Rupfen richtig heftig an. Dann stellt sich heraus, dass die Schwester ziemlich weit entfernt wohnt und die Tierhalterin deshalb 3 Tage weg war, die Fahrt wäre sonst zu anstrengend geworden. Also hatte doch eine Trennung statt gefunden und zwar gleich doppelt: von der Schwester der Kundin und dann auch noch von der Kundin selbst. Auch wenn es nur für ein paar Tage war. Während ich in meinen Gedanken die passenden homöopathischen Mittel durchgehe, versenkt Mimi ihre Nase an einer Stelle, an der noch Fell vorhanden ist, zuppelt ein bisschen daran herum und rupft sich ganz ruhig und gelassen ein Büschel aus. Sie kuckt noch mal zu uns und wiederholt das Ganze an einer anderen noch behaarten Stelle. Es hat nur eine einzige Gabe von dem passenden homöopathischen Mittel gebraucht um Mimis Kahlschlag zu beenden. Das Fell ist nachgewachsen und als die Tierhalterin das nächste Mal ihre Schwester besucht hat, hat Mimi das Mittel nochmals zur Unterstützung bekommen und hat ihr Fell dort gelassen, wo es hingehört: an ihrem Katzenkörper.

2 x Nulltoleranz

2  Meldungen in der Badischen Zeitung haben mich diese Woche besonders beschäftigt:

1. Seit Tagen Protestaktion hinter Gittern. Das ist die Meldung der BZ am 9.5.15.  70 Häftlinge in der JVA sollen seit Tagen das Essen verweigern. Der Grund: In der Gefängnisküche arbeitet ein homosexueller Mithäftling. Die Gefängnisleitung denkt darüber nach, die Häftlinge in andere Gefängnisse zu verlegen.

Liebe Gefängnisleitung: bitte nicht verlegen! Weiter hungern lassen. Unbedingt! Jeder, der jemals gefastet hat, weiß doch, dass Fasten den Geist erhellt, die Gedanken klärt und sich ein großer Friede ausbreitet. In diesem Stadium könnte man dann ja noch mal über den Auslöser dieser Nahrungsverweigerung nachdenken und eventuell in Revision gehen. Viel Erfolg.

2. Entlaufener Kampfstier verletzt 11 Menschen. Das ist die Meldung der BZ am 16.5.15. Toledo/ Madrid: Bei einem Volksfest in Mittelspanien hat ein entlaufener Kampfstier elf Menschen verletzt. 2 Besucher, darunter einen neun Jahre alten Jungen, schwer. Die Polizisten töteten den Stier, indem sie ihn mit einem schweren Fahrzeug rammten. Das Tier war entlaufen, als es für einen Stierkampf in der Arena angeliefert wurde. Am Vorabend wurde bei einem Stierkampf in Madrid ein Torero vom Kampfstier schwer verletzt.

Eigentlich verliere ich bei so einer Meldung die Sprache. Ich werde traurig und wütend und ich wünsche den Menschen, die sich über so ein ‚Schauspiel‘ belustigen können oder es als Sport bezeichnen von ganzem Herzen, dass es einmal ‚Klick‘ macht und sich die Situation umdreht. Dass der Stier den blutrünstigen, grausamen und sadistischen Part übernimmt und sich der Torero und der Zuschauer urplötzlich in der Rolle dessen wiederfindet, der langsam und qualvoll vor einer jubelnden und grölenden, absolut hirnfreien Menschenmenge zu Tode kommt. Wie kommt man dazu, einem Lebewesen so etwas anzutun? Es nur zu diesem Zweck heranzuzüchten? Und wie kommt man dazu, Kinder für so etwas begeistern zu wollen? Wie krank ist denn so eine Gesellschaft! Und was hat das alles mit Kulturerbe zu tun??? Wieviel sagt schon der Umstand aus, dass der entlaufene Stier mit einem schweren Fahrzeug gerammt und somit umgebracht wurde? Von Polizisten, die dies auch mit einem Gewehr schmerzloser hätten erledigen können. Wie fühlt es sich an, wenn man an einer Mauer steht und langsam von einem Auto zerquetscht wird? Toleranz?  Null! Jeder, der so etwas unterstützt, sollte die Panik, die Angst, das Ausgeliefertsein, die Wut, die Hilflosigkeit und den Schmerz am eigenen Körper verspüren müssen. Fände ich mehr als gerecht!

Mütter…finden Sie nicht auch, dass die Bedeutung einer Mutter für ihr Baby

oder Kleinkind in unserer Gesellschaft völlig überschätzt wird? Ist doch jetzt wirklich nicht sooo wichtig, dass so ein Kleines die erste Lebenszeit ganz eng mit der Mutter verbringt. Das kann doch ruhig auch mal alleine in seinem Zimmer bleiben oder mit anderen Babys und Kleinkindern zusammen sein….Und das ganze Theater mit dem Stillen, das so ungeheuer wichtig sein soll. Es ist doch viel einfacher, die ersten paar Tage noch zu stillen und dann auf Muttermilchersatz in Pulverform umzusteigen.

Wie bitte? Das sehen Sie jetzt aber ganz anders? Recht haben Sie, das tun nicht nur Menschenmütter, sondern Tausende von Mutterkühen und ihre neugeborenen Kälbern auch. Und trotzdem regt sich fast niemand drüber auf. Warum eigentlich nicht? Was ist denn so unterschiedlich bei einem menschlichen oder tierischen Baby? Außer, dass das eine 2 und das andere 4 Beine hat. Arme und Beine sind paarige Gliedmassen oder Extremitäten und jawoll: schon haben wir wieder eine Übereinstimmung mehr. Warum werden die einen sofort von der Mutter getrennt und abgestillt? Und den anderen spricht man Mutterliebe und –milch quasi per Gesetz zu? Vielleicht finden Sie den Vergleich etwas überzogen (ich übrigens nicht), aber wer jemals gehört und erlebt hat, wie eine Mutterkuh nach ihrem Kalb ruft, das man ihr einen Tag nach der Geburt weggenommen hat und sieht, wie verloren ein neugeborenes Kalb ohne seine Mutter ist, der versteht, was ich hier ausdrücken möchte.

Kinder gehören zu ihren Eltern – egal wie viele Extremitäten sie haben! Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Und Muttermilch gehört in die Babys und sonst nirgendwo hin. Wann immer ich Kälber in ihren kleinen Plastikkälberhüttchen sehe, frage ich mich, wer das eigentlich verantworten kann und wer sich das eigentlich ausgedacht hat.

Wie war das noch im letzten Beitrag mit der Definition von ‚Mensch’? Das war so: Menschen können sich auch Fragen stellen, die in grundlegender Weise die eigene Existenz und Zukunft betreffen, etwa nach ihrer persönlichen Freiheit, nach ihrer Stellung in der Natur und ihrem Umgang damit ….. Zu diesem Thema können Sie weiterlesen: http://www.kuhplusdu.de Danke dafür! .

‚Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können,

muss man vor allem ein Schaf sein.‘ Zitat von Albert Einstein Wenn ich das jetzt mal auf uns Menschen übertrage, dann heißt das doch: um ein tadelloses Mitglied unter Menschen sein zu können, muss man vor allem ein Mensch sein.

Laut Wikipedia ist der Mensch (auch Homo sapiens, lat. verstehender, verständiger, bzw. weiser, gescheiter, kluger, vernünftiger Mensch) ein höheres Säugetier aus der Ordnung der Primaten. Zu den charakteristischen Merkmalen menschlichen Daseins gehören Angewiesenheit auf mitmenschliche Zuwendung und Versorgung in einer lang andauernden Kindheit, ….. kulturelle und soziale Bindungen, … ein reflektiertes Verhältnis zu sich selbst, zu den eigenen Antrieben, Handlungen und ihren möglichen Folgewirkungen. Menschen können sich auch Fragen stellen, die in grundlegender Weise die eigene Existenz und Zukunft betreffen, etwa nach ihrer persönlichen Freiheit, nach ihrer Stellung in der Natur und ihrem Umgang damit …..

Ja Mensch: warum tun wir das denn dann nicht??????? Wir können das alles und nutzen es nicht. Was für eine Verschwendung. Und wie schade für den Umgang mit unseren Tieren. Die haben nämlich nicht die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen auf ihre persönliche Freiheit und ihre Stellung in der Natur. Wer einen Beitrag mit einem gescheiten Zitat beginnt, darf auch mit einem gescheiten Zitat aufhören. Finde ich. Und das tu ich jetzt auch, nämlich mit einem Zitat von Milan Kundera: ‚Die wahre moralische Prüfung der Menschlichkeit äußert sich in der Beziehung der Menschen zu denen, die ihnen ausgeliefert sind: zu den Tieren.‘    Noch Fragen?

Die Wurmkur: vom Sinn und Unsinn und wer kurt hier eigentlich?

In jeder Erstanamnese stelle ich auch die Frage nach der Entwurmung von Hund oder Katze. Sehr häufig lautet die Antwort: klar, machen wir regelmäßig alle 3 – 4 Monate. Meine Folgefrage: ja hat Ihr Tier denn Würmer? Antwort: keine Ahnung, das ist uns so empfohlen worden, wir machen das halt schon immer so.

Liebe Leser und ‚Wir-machen-das-halt-so-Entwurmer‘: Bitte lassen Sie die Wurmkur erst mal Wurmkur sein. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Tier von Würmern befallen sein könnte, dann lassen Sie doch einfach den Kot untersuchen. Und wenn dann tatsächlich Würmer festgestellt wurden, oder Sie selbst diese in den Hinterlassenschaften Ihres Vierbeiners festgestellt haben, dann machen Sie sich Gedanken über die Art des Entwurmens (nein, es muss keine chemische Wurmkur sein, es gibt superwirksame pflanzliche Alternativen, homöopathische Wurmkuren und vorbeugende Behandlungsmöglichkeiten über die Ernährung). Selbst Welpen werden schon regelmäßig entwurmt und niemand überlegt sich, was das so macht in einem Hunde- oder Katzen- oder auch Pferdedarm.

Chemische Wurmkuren enthalten teilweise Antibiotika und dass Antibiotika die Darmflora enorm schädigt, hat sich inzwischen herumgesprochen. Je öfter chemisch entwurmt wird, desto mehr wird der Darm geschädigt und je mehr der Darm geschädigt ist, desto anfälliger wird er für Wurmbefall. Also: ich entwurme und entwurme chemisch und regelmässig einen gesunden und meist wurmfreien Darm und schädige und schwäche ihn damit nachhaltig.

Treten dann tatsächlich Würmer auf, haben sie ein leichtes Spiel, denn sie finden keine abwehrbereite, intakte Darmflora mehr vor. Und eine geschwächte Darmflora ist auch ein prima Nährboden für Infektionen, bzw. Erkrankungen überhaupt. Der Körper kann kein intaktes Immunsystem aufbauen, nicht für den ‚Ernstfall‘ üben und Abwehrkräfte bilden,  damit werden Tür und Tor für Infektionskrankheiten und Parasiten weit geöffnet. Wenn so ein Wurmmittel die Würmer tötet, wie wirkt es dann im Organismus von unserem Tier? Und was ist mit den darin enthaltenen Giften, die die Nerven angreifen??

Mit einer guten Ernährung können Sie Wurmbefall vorbeugen und wenn Sie 2 – 3 x pro Woche ein Schnapsglas voll Karottensaft oder täglich fein geriebene Karotte über das Futter geben, haben Sie eine 1-A-Wurmprophylaxe. Auch Petersilie oder geriebene Kokosnuss sind gut für das Darmmilieu und unterstützen die Wurmabwehr. Bei Katzen ist das mit den Kräutern schon etwas schwieriger, aber da gibt es auf jeden Fall die Möglichkeit einer homöopathischen Wurmkur und das Immunsystem stärken ist ja sowieso immer ein Muss. Nehmen Sie die chemische Wurmkurkeule bitte nicht auf die leichte Schulter, so leicht sie inzwischen einzugeben ist, so schwer sind aber die Folgen für die Gesundheit Ihres Tieres. Hinterfragen Sie den Sinn einer Wurmkur, lassen Sie zuerst den Kot untersuchen und finden Sie gesundheitlich unbedenkliche Alternativen. Deren gibt es viele.

Zum Schluss noch einen Tip zu den gefürchteten Giardien: Giardien ernähren sich ausschließlich von Kohlehydraten. Bevor Sie Ihr Tier vergiften, hungern Sie die Giardien einfach aus: 5 Tage nur rohen Pansen (ja, riecht streng und ist nicht schön anzuschauen, ist aber super gesund – auch für Zähne und Zahnfleisch – und man kann ihn notfalls auch im Freien füttern) und die Sache ist erledigt. Wenn Ihr Hund oder Ihre Katze ’schlitteln‘, also mit dem Hintern über Gras oder Teppich rutschen, dann kann das auch an einer vollen Analdrüse liegen und nicht immer an Würmern.

Und warum heißt die Wurmkur jetzt Wurmkur? Ich habe keine Ahnung, vermute aber mal, dass sich die Pharmaindustrie gesundkurt – die Tiere auf jeden Fall nicht.