Kennen Sie das? Sie haben eine Idee für ein tolles, himmelstürmendes Projekt…

KatzHundWald 2016 017

Sie sind davon völlig begeistert. Und dann kommt der Alltag dazwischen und die Idee bleibt auf der Strecke. Taucht immer mal wieder auf und dann auch wieder ab. Schade eigentlich, denn so verstauben so viele gute und hilfreiche Ideen in der Schublade. Ich habe heute morgen eine meiner Ideen aus meinem ‚eigentlich-möchte-ich-Karton‘ geholt und werde die subito in die Tat umsetzen. Ich führe für mich den Spendenfreitag ein. Und der erste Spendenfreitag ist heute, am Karfreitag. Ab sofort spende ich jeden letzten Freitag im Monat einen Betrag für den Tierschutz. Finden Sie jetzt nicht so bahnbrechend? Ich schon. Wenn ich von sagen wir durchschnittlich € 120,00 im Monat ausgehe, dann sind das im Jahr? Richtig: € 1.440,00. In 5 Jahren sind das dann schon € 7.200,00.

Wenn ich nur 5 andere Menschen damit anregen kann, sich meiner Idee anzuschliessen, dann sind das in einem Jahr € 7.200,00 und in 5 Jahren € 36.000,00. Das ist ein großer Berg Geld. € 120,00 pro Monat sind zuviel? Kein Problem, rechnen wir das mit € 50,00 pro Monat. Sind bei 5 Menschen, die sich auch dafür begeistern lassen pro Jahr € 3.000,00 und in 5 Jahren € 15.000,00. Ok, auch € 50,00 sind nicht immer regelmässig machbar. Aber € 10,00 pro Monat schaffen sehr viele. Macht in einem Jahr bei 5 Mitspendern € 600,00 und in 5 Jahren € 3.000,00.

Und jetzt stelle ich mir mal zu meiner großen Freude vor, dass ich hier mit dieser Aktion Menschen erreiche, von denen sich je mindestens 5 mit monatlich € 120,00, 5 mit € 50,00 und 5 mit € 10,00 für den Tierschutz einsetzen, dann haben wir in einem Jahr gemeinsam € 54.000,00 zusammen bekommen, mit denen wir Tiere in Notsituationen helfen können. Das ist so ungeheuerlich viel und so leicht zu schaffen.

So viele Zahlen sind ja sonst so gar nicht meins, aber für diese hier kann ich mich jetzt richtig begeistern. Was ich erreichen möchte ist, dass wir rausgehen aus dem Mitleid, rausgehen, aus dem ‚oh je, ich kann das Elend nicht sehen‘. Den Tieren helfen wir nicht mit unserem Mitleid, sie brauchen unsere Unterstützung, ein Dach über dem Kopf, etwas zu essen und eine artgerechte Haltung. Und unsere Wertschätzung. Wir können weder darauf warten, dass andere etwas tun noch dass unsere Politiker irgendetwas verbessern werden. Die fangen vielleicht 2030 damit an. Aber so lange möchte ich nicht warten. Und so lange sollen auch so viele Tiere nicht weiterhin leiden müssen.

Deshalb starte ich heute mit einer Spende von € 120,00 an Salvate Canes e.V., Strassenhunde aus Rumänien……und ab jetzt jeden letzten Freitag im Monat mit weiteren Spenden an Tierschutzorganisationen. Ich würde mich von Herzen freuen, wenn Sie sich anstecken lassen von meiner Idee, meiner Vision, meinem persönlichen Freitagsprojekt. Danke dafür !!

Ach und fast hätte ich das vergessen: wenn Sie dies erst am Samstag lesen oder am Montag oder Mittowch…. dann starten Sie halt Ihr persönliches Samstags- Montags- oder Mittwochsprojekt. Muss ja nicht der Freitag sein, jeder Tag ist gut zum Helfen 🙂

Wenn Sie mir schreiben, wen Sie wann mit welchem Beitrag unterstützt haben, dann werde ich das regelmässig veröffentlichen und wir können uns gemeinsam darüber freuen, wie erfolgreich wir sind und was wir alles bewegen können.

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Warst Du eigentlich schon immer so ein Hundemensch ??

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Diese Frage hat mir vor kurzem eine Kundin gestellt und damit eine wahre Gedankenflut losgetreten. Ich mochte Hunde schon immer, aber früher war ich eher deren ’natürlichen Feindinnen‘ 😉 , den Katzen, zugetan. Und diese haben mich auch die längste Zeit in meinem Leben begleitet. Hunde waren prima, aber ich hatte nie so viel Zeit, so dachte ich, dass ich einen dauerhaft in mein Leben lassen konnte. Ich war mit ‚Gassihunden‘ unterwegs, das hat mir viel Freude gemacht und mich manchmal vor die Frage gestellt, warum macht der Hund jetzt gerade das, was er macht?

Und dann kam irgendwann der Tag, an dem mir klar wurde, dass ich beruflich ‚irgendwas mit Tieren‘ machen möchte. Das Irgendwas war dann eine Ausbildung zur Verhaltenstherapeutin für Tiere. Gefolgt von der Ausbildung zur Tierheilpraktikerin und zur Tierkinesiologin. Aber noch immer haben privat die Katzen mein Leben begleitet. Und diese Katzen haben sich ganz nebenbei und zu meiner großen Freude zu Hundeakzeptierern entwickelt.

Es gab immer wieder Momente, in denen ich mir überlegte, einen Hund dauerhaft zu mir zu nehmen. Und da ich viel mit Hunden aus dem Tierschutz zu tun hatte, haben mich auch viele Menschen gefragt, ob ich nicht einen Notfall aufnehmen könnte. Mit schwerem Herzen habe ich mich immer dagegen entschieden und geholfen, einen guten und passenden Platz zu finden. Ich hatte und habe noch oft einen 10-Stunden-Tag. Natürlich könnte ich einen Hund immer mitnehmen. Aber ist das so hundegerecht? Mitnehmen, im Auto lassen, zwischenrein Gassi gehen? Und was ist im Sommer, wenn es zu heiß und was im Winter, wenn es zu kalt ist, den Hund im Auto zu lassen? Ich würde doch genau das machen, was ich nicht gut finde: für mein eigenes Wohlgefühl einen Hund ins Haus holen und ihn dann stundenlang alleine zurücklassen. Ich hatte ja schon den Katzen gegenüber dauernd ein schlechtes Gewissen – und die waren zu Zweit und Freigänger. ABER: ich habe mir eine Hundeleine gekauft. Sie gut sichtbar in den Flur gehängt und mir gedacht: irgendwann kommt da schon der passende Hund dazu.

Und dann habe ich eines Tages einen Termin für ein Hundetraining angenommen. Angetroffen habe ich dort eine äußerst ungnädige Hundedame, die grollend und fletschend unter dem Tisch lag und mich zu der Überlegung veranlasste, ob ich nicht lieber wieder gehen sollte. Ich bin nicht gegangen, sondern habe meine Arbeit gemacht. Und habe mich total in diese Kratzbürste verliebt. Im zweiten Anlauf und da dann auch auf Gegenseitigkeit. Und plötzlich war alles ganz einfach. Lunas Frauchen (heute eine liebe Freundin) war einverstanden, dass sie mich begleitet, mir beim Welpentraining hilft, mit auf Hundespaziergänge und Hundetrainings geht und mit mir Fortbildungen für Mensch und Hund besucht. Aus der Kratzbürste ist mein Herzenshund geworden. Ferien mit Hund machten mich glücklich und einfach zusammensein noch glücklicher.

Plötzlich hatte ich ein warmes Gefühl im ganzen Körper, wenn ich Luna abholte, wenn wir einfach zusammen irgendwo am Bach saßen oder ich ihr eine Fährte legte und sie sich freute wie Bolle. Ich fand, dass sie das schönste Hundelachen der Welt hatte. Und wenn sie vor mir herlief und sich dann umdrehte und mich anschaute, dann hätte ich ihr jedesmal Löcher ins Fell knuddeln können vor grenzenloser Hundeliebe.

Ich hatte eine Art ‚Hundesharing‘ und das hat erstaunlicherweise super funktioniert. Für uns alle. Und ich hatte in Luna einen Hundecoach. Sie war nicht so einfach. Mit Hunden und Katzen schon, mit Menschen nicht so. Und anfangs hat sie mich öfter mal in Situationen gebracht, über die ich heute lachen kann, die mir damals aber ein bisschen peinlich waren. Beim ersten geführten Hundespaziergang zum Beispiel: 8 Menschen mit Hund versammeln sich zum Trainingsspaziergang auf dem Park & Ride. Es fängt an leicht zu nieseln und Luna sagt: Sorry, ich steig nicht aus, wenn es regnet. Geh doch  alleine, ich warte hier. Und als ich nachdrücklicher das Aussteigen eingefordert habe, hat sie auch nachdrücklicher darauf hingewiesen, dass sie Regen nicht mag. Letztendlich kam sie dann mit, aber es hat etwas gedauert. Über 10 Jahre hat sie mich begleitet und ich habe unendlich viel mit und von ihr gelernt. Sie war mein Herzenshund, meine große Hundeliebe. Letztes Jahr mussten wir sie gehen lassen. Und es ist noch immer eine große Lücke und sehr oft eine große Leere in mir. Ich denke täglich an sie, sie ist in meinen Gedanken und meinem Herzen.

Ich war nicht schon immer ein Hundemensch. Ich war schon immer ein ‚Tiermensch‘ und das bin ich noch – bedingunslos. In das ‚Hundemenschsein‘ bin ich reingewachsen. Und dabei hatte ich eine großartige Begleiterin. Danke Luna.

Mit diesem Artikel habe ich teilgenommen an Anna’s Blogparade https://der-hund-als-berufung.de/blog. Und dort viele wunderbare Beiträge zum Thema Hund und Mensch gefunden.

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Du willst nach Schwedisch Lappland??? Da ist es doch total kalt. Und immer dunkel im Winter!

Und sooo viel Schnee. Mit einer Gruppe? Skiwandern? Schneeschulaufen? Das sind doch alles Sachen, die Du überhaupt nicht magst! So oder so ähnlich waren die Kommentare auf meine Mitteilung, ich würde das Silvester 2016/2017 in Schwedisch Lappland feiern. Genauer gesagt im Nationalpark Stora Sjöfället, ein paar hundert Kilometer nördlich vom Polarkreis. Mit Schneeschuh-wandern und Tourenskilaufen in einer kleinen Gruppe, organisiert von 8Seasons4Woman. Hatte ich noch nie vorher gehört. Aber in der Ausschreibung stand etwas von Polarlichtern erleben – und das habe ich mir schon lange gewünscht. Über alles andere habe ich mir ehrlich gesagt nicht so viele Gedanken gemacht. Ich habe kurz entschlossen gebucht und gleich noch ein paar Verlängerungstage auf einer Huskyfarm drangehängt.

Erst danach habe ich mal auf der Karte geschaut, wo das eigentlich ist. Aber egal. Die Polarlichter möchte ich sehen. Unbedingt. Der Flug ging über Stockholm nach LLulea. Von dort ca. 4-5 Stunden mit dem Bus weiter. Auf dem Flug Stockholm – Lulea schaute ich aus dem Fenster, unter mir alles dunkel aber viele viele blinkende Lichter. Es war gefühlt 22h, aber ein Blick auf die Uhr bestätigte: 15.30h. Neben mir sass ein Ehepaar, das in Lulea lebt und auf dem Rückweg von einem Städtetrip von London war. Die Frau fragte mich, wo ich denn hin wollte und ich sagte: nach Stora Sjöfället? Wohin? Storja Sjöfallet. Schweigen. Dann die Frage: was willst Du da denn? Da kann man nicht hin im Winter, da ist alles zugeschneit. Ich versuchte zu erklären, aber Heidi Maria (so hiess sie) konnte sich für mein Reiseziel um diese Jahreszeit so gar nicht erwärmen. Letztendlich drückte sie mir ihre Visitenkarte in die Hand und sagte: Pass auf, wenn es ganz schlimm wird, dann kommst Du einfach bei uns vorbei. Du kannst gerne bei uns wohnen. Spätestens da kam leichte Panik auf.

Wir kamen pünktlich in Lulea an, der Bus stand bereit, weiter ging es bei Schneetreiben durch die Dunkelheit Richtung Norden. Das Schild, das den Polarkreis anzeigte war nicht wirklich zu sehen, weil eingeschneit. Irgendwann dann die Ankunft in der kleinen Anlage. Ein leichtes, spätes Abendessen und Bezug der Zimmer.

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Am nächsten Tag trafen wir uns zum Frühstück und dann ging es los mit den Schneeschuhen. Es schneite und es war kalt und es war einfach wunderbar. Unberührte Natur, Landschaft so weit das Auge reichte. Nach ca. 4 Stunden kehrten wir zurück, aßen zu Mittag und um ca 15h wurde es tatsächlich dunkel. Also ab in die Sauna bis zum Abendessen. Später zusammensitzen am Kamin oder lesen und am nächsten Tag ging es weiter.

Ich habe jeden einzelnen Tag genossen. Nur die Polarlichter habe ich nicht gesehen. Bis zum 31.12. Um 22h waberten sie plötzlich in unglaublichen Farben um das Haus, ich stand sprachlos draussen und konnte es nicht fassen. Eine sehr entrückte Stimmung kam auf, Staunen und Schweigen und ein tiefes Gefühl von Zufriedenheit und Glück. Und Dankbarkeit. So etwas schönes sehen zu dürfen.

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Zwei Tage später reiste ich mit zur Huskyfarm und blieb dort noch 4 Tage. Das Licht dort war viel heller, die Sonne schien, der Himmel war strahlend blau. Die Hunde tobten über den eingefrorenen See. Ich habe die Gastfreundschaft unendlich genossen und wurde von Tag zu Tag enspannter. Auch die Temperaturen, die dann mal kurz von heftigem Schneetreiben begleitet in den Keller gingen, konnten mich nicht aus meinem Wohlgefühl reißen.

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Ich habe jeden einzelnen Tag genossen. Alles, was man mir gesagt hatte, stimmte: es war kalt, aber es war eine trockene angenehme Kälte. Und mich den richtigen Klamotten war es überhaupt kein Problem. Ich habe nicht einmal gefroren. Es wurde früh dunkel. Aber nicht so viel früher als hier. Und durch die Massen von Schnee, wurde das Licht reflektiert und das war unglaublich schön.

Was mir keiner gesagt hatte: es herrscht eine wohltuende Stille. Man hört das Stapfen durch den Schnee, den Wind, das Rauschen der Bäume, alles wirkt so gedämpft und besänftigend. Die Uhren gehen langsamer. Die Kälte und das spezielle Licht oder eben auch die spezielle  Dunkelheit wirken entschleunigend.  Und das ist sehr angenehm.  Ich war nach 10 Tagen in schwedisch Lappland extrem entspannt. Und das Schöne daran: es hat echt angehalten. Über viele Wochen.

Im September darauf bin ich nochmals hingeflogen. Die erste Woche habe ich alleine in einer Hütte am See verbracht. Und auch das genossen. Danach bin ich wieder auf die Huskyfarm gezogen. Zu den Menschen und den Hunden und der Landschaft, die mir so an’s Herz gewachsen sind. Und ich habe es wieder genossen.

Nächste Woche packe ich meine Koffer. Und dann fliege ich wieder in den Norden. In die Kälte, die für mich keine mehr ist, in die Dunkelheit, die gar nicht so dunkel ist. Und zu den wunderbaren Zwei- und Vierbeinern, bei und mit denen ich eine wunderschöne Zeit verbringen durfte und wieder darf.

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Wer kennt das nicht, mit den guten Vorsätzen zum Neuen Jahr….

ich habe mir diesmal hauptsächlich eines vorgenommen: Schone Deine Nerven. Hat echt auch super geklappt. Bis gestern. Lag wohl auch daran, dass mich seit Jahren zum ersten Mal wieder eine richtige Grippe erwischt hat, und ich viel zu schwach zum mich Aufregen bin…Aber gestern – des ewigen im Bett liegens müde- habe ich mal um 18.45h oder so in SWR aktuell geschaut. Ganz entspannt. Bis…. eine Reportage von einer Reporterin namens Sandra Biegger gezeigt wurde.

Thema war die afrikanische Schweinepest, deren Virus wohl die Wildschweine in sich tragen (können)  Erwiesen ist das noch nicht. Weil es keinen Impfstoff gibt, sieht der Bauernverband Rheinland Pfalz nur EINE Lösung: um das Ansteckungsrisiko zu minimieren, sollen mehr Wildschweine geschossen werden.

Nach Informationen von ‚Experten‘ könnten unsere heimischen Wildschweine die Erreger aufnehmen, beispielsweise indem sie Wurstreste fressen, und dann unsere Hausschweine mit dem Virus infizieren. (Nein, ich hab das auch nicht verstanden! Aber ich bin ja auch keine Expertin. Zumindest nicht so eine.)

Nach dieser Erklärung wird ein Schweinezuchtlandwirt eingeblendet. Reporterin Frau Biegger: Der Herr Uwe Bißbort ist sehr betroffen. Bei ihm dreht sich alles nur um seine Schweine, die sind sein Leben. 800 Sauen hat er in seinem Stall. Und 3 Eber.   Und dann wird Herr Bißbort eingeblendet. Streichelt eine seiner 800 Sauennasen und streut ein bisschen Heu über den Sauenkopf. Er sagt: ‚Da krieg ich Tränen in die Augen, wenn ich daran denke. Wenn sich nur eine Sau infiziert, müssen alle Sauen getötet werden. Alle. Und die 3 Eber, mit denen bin ich quasi auf Du und Du. Die folgen mir wie die Hunde.

Und dann kommt der Schwenk auf die Sauen: ALLE in Kastenständen. Können sich keinen Meter vor oder zurück bewegen. Eine Muttersau mit Ferkeln. Die Ferkel liegen in einer kleinen Box neben dem Kastenstand, in dem die Mutter liegt.

Ja Mensch Herr Bißbort, das nenn ich wahre Tierliebe. Und klar, wär ja zu traurig, wenn die sich infizieren. Von den Wildschweinen draussen. Das Wort draussen kennen Ihre Tiere gar nicht. Nicht gesehen, nicht gefühlt. Wie bitte sollen die Viren denn von den Wildschweinen in ihren klinisch reinen Schweinestall kommen? Die sterben schon vor Entsetzen an der Eingangstür. Und haben Sie schon mal davon gehört, dass das Halten von Schweinen in Kastenständen Tierquälerei und Tierleid bedeutet?

Und Frau Biegger vom SWR: wissen Sie eigentlich, was Sie da erzählt haben, in Ihrer Reportage? Mal drüber nachgedacht? Bevor der SWR so etwas unter das Volk streut. Das ist schwach. So was von schwach! (und nein, ich schreibe nicht, es ist schwachsinnig, obwohl ich das zugegebenermassen gerne täte). Da interviewen Sie einen Landwirt, der seine Tiere gegen jegliche Artgerechtheit hält und bedauern den dann vielleicht auch noch? Warum recherchieren Sie nicht lieber darüber, wie man überhaupt mal die Verbreitung des Virus stoppen könnte, und in welcher Form es denn generell vorhanden ist. Und warum es in WURSTRESTEN vorkommen soll. Wurstresten, die von Menschen in den Wald geworfen wurden? Deren größter Anteil vorher (vor dem in den Wald werfen) von Menschen gegessen wurde. Ja mei, haben denn jetzt die Menschen in Rheinland Pfalz alle das afrikanische Schweinepest Virus in sich? Müssen die jetzt auch vermehrt zum Abschuß freigegeben werden? Und warum, Frau Biegger, verlieren Sie kein Wort darüber, wie die Tiere von dem Herr Bißbort gehalten werden? Und wie das denn übereinstimmen kann  mit dem ‚ach die Tiere sind einfach mein Leben‘ und der gezeigten Einpferchhaltung. Keine Luft, keine Sonne, keine Bewegung. Schon von Ferkelleben an. Das nenn ich mal Emphatie! Kommt halt immer drauf an, auf welcher Seite man steht.

Und wie ist denn das Virus in die Wurst gekommen? Müssen jetzt vielleicht die Massenwurstproduzenten dafür grade stehen. Ach nee, vergessen Sie das, DIE können ja nie für irgendwas und sind es nie gewesen! Also, wenn ich nicht schon seit Jahren vegetarisch leben würde, dann würde ich mir jetzt gerne die Wurst vom Brot nehmen lassen.

…und für den Fall, dass Sie sich das Video aus SWR aktuell gerne selber mal anschauen möchten (weil ich könnte mir das ja auch alles nur ausgedacht haben) kommt hier der Link: swrmediathek.de/player.htm?show=82122400-f24d-11e7-a5ff-005056a12b4c

 

 

 

Kennen Sie auch dieses Gefühl von

Processed with MOLDIV

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Einschnürung im Hals, man glaubt, nicht mehr schlucken zu können, man fühlt sich wie gelähmt und ist unfähig einen Gedanken zu fassen oder sich zu bewegen – vor Entsetzen. Vor Entsetzen von etwas unfassbar Schrecklichem, das einem gerade begegnet oder begegnet ist. In Sekundenschnelle fräsen sich Bilder in unser Gedächtnis, die uns noch ewig begleiten werden.

Dieses Entsetzen überfällt mich, wenn ich unvorbereitet furchtbare Bilder von Tierquälerei sehe, wenn ich sehe, was hilflosen Tieren angetan wird, wenn ich ihre Augen, ihren Gesichtsausdruck und ihre Körperhaltung sehe. Bevor ich mich diesem Anblick entziehen kann, habe ich die Bilder im Kopf und bekomme sie nicht mehr raus. Das beschäftigt mich und lässt mich nicht mehr los.

Und ich frage mich, welchen Sinn es macht, diese Bilder zu verbreiten. Was bewirken sie? Helfen sie, die Welt und das Leben der Tiere zu verbessern? Ich glaube nicht. Sie lösen Entsetzen aus. Und dabei bleibt es leider meist. Und das Verbreiten kann auch für manch krankes Gehirn Inspiration sein. Inspiration, mal zu schauen, wie so etwas geht und was es auslöst.

Ich frage mich auch, warum der- oder diejenige, die dieses Bild oder den Film gemacht hat, nicht eingegriffen hat, anstatt das ins Netz zu stellen. Oder was ich tun kann, um diese Zustände zu verändern, abzuschaffen.

Diese Gedanken treiben mich um. Und an. Und zwar dazu, heute einen Appell gegen die Gedankenlosigkeit zu starten und eine Bitte auszusprechen, sich mit den Folgen von Handlungen zu befassen.

Fast alle, die ich kenne sind für den Tierschutz, finden es furchtbar, wenn Tiere gequält oder getötet werden. Wenn das wirklich so ist, warum läuft dann so viel schief?

Wie passt es zusammen, dass jemand Regenwürmer oder Schnecken von der Straße auf die Wiese trägt, damit sie nicht zertreten oder überfahren werden – im Gegenzug aber beim Discounter die XXL Packung mit Fleischprodukten kauft, deren Inhalt sicher nicht von glücklichen Tieren stammt.

Wie passt es zusammen, dass jemand sein Haustier mit allen möglichen Nahrungsergänzungmitteln  gesundheitlich unterstützt, sich aber empört,  wenn ich eine Futterumstellung auf hochwertiges Futter mit Fleisch aus artgerechter Tierhaltung vorschlage, weil das viel zu teuer würde. Spart aber längerfristig Kosten für gesunderhaltende Maßnahmen. Und viele kleine gelbe Plastiktütchen, weil Hunde bei guter Ernährung ihr Futter besser verwerten können und deshalb  weniger kacken. Und das ist auch noch gut für die Umwelt..

Wie passt es zusammen, dass jemand vehement seine vegetarische Ernährung vertritt, sich aber keine Gedanken darüber macht, dass die meisten herkömmlichen Käsesorten mit tierischem Lab hergestellt werden. Tierisches Lab ist ein Enzym, das aus dem Magen von Kälbern (oder Ziegen oder Schafen), die noch mit Milch gefüttert werden ‚gewonnen‘ wird. Und dieses Lab kann man nicht einfach abzapfen, dazu muss das Tier getötet werden.

Passt natürlich gar nicht zusammen und das ist es auch, was ich damit meine, sich Gedanken über die Folgen unseres Tuns zu machen.

Ist doch eigentlich ganz einfach: wir alle können enorm viel tun, um Dinge zu verändern. Im Kleinen und auch im Großen. Wir brauchen uns nur von der passiven Seite auf die aktive Seite bewegen. Kostet nix, außer etwas Mühe, Nachdenken und Konsequenz. Dass so etwas aber auch Folgen für das persönliche Umfeld hat, werden wir schnell merken. Ist auch nicht immer so schön, aber nur Heulen und Zähneklappern bringt’s halt auch nicht.

Und das wären die Alternativen:

Wenn ich Fotos oder Filme von misshandelten Tieren sehe oder Berichte darüber lese, dann klick ich die nicht einfach mit ‚teilen‘ an, sondern ich tue etwas. Zum Beispiel unterstütze ich eine Organisation, die tatkräftig gegen diese Missstände vorgeht. Oder – wenn ich es live erlebe, greife ich ein. Das ist superschwer und es bringt Angstgefühle hoch, weil ich ja nicht weiß, welche unmittelbaren Folgen mein Handeln hat. Und heute ist die Gewaltbereitschaft einfach sehr hoch ( Die Hilfsbereitschaft aber auch). Ich kann mir aber eine andere Person als Helfer mit ins Boot holen, zu zweit ist man stärker.

Ich ziehe die Konsequenzen aus meinem Handeln. Wenn ich Tierquälerei nicht ertragen kann, dann kann ich auch kein Billigfleisch mehr kaufen. Auch nicht im Tierfutter. In der Konsequenz kann ich dann überhaupt kein Fleisch mehr kaufen. Egal von was für einem Tier. Ausnahme: ich habe ein Haustier. Darüber muss ich mir vorher klar sein. Eine Katze z.Bsp. ist ein reiner Fleischfresser. Da läuft nix mit vegan oder vegetarisch. Das macht die Katze krank. Also kommt hier wieder das Tierfutter mit Fleisch aus artgerechter Haltung ins Spiel. Und das muss es mir dann auch wert sein.

Ich gehe nicht mehr in ein Lokal – auch wenn die Betreiber noch so nett sind und das Lokal noch so angesagt – wenn dort Foie Gras auf der Speisekarte steht. Foie gras (französisch für „Fettleber“) ist eines der furchtbarsten Beispiele dafür, wie Menschen Tieren aus vermeintlicher „Tradition“ schreckliches Leid zufügen. Es handelt sich bei Foie gras um die verfettete Leber junger männlicher Enten und Gänse, die mit enormen Mengen „Futter“ zwangsgestopft werden, bis sich ihre Leber krankhaft weit über das normale Maß vergrößert hat – und zuweilen sogar reißt. (Info PETA).

Das wäre die passive Konsequenz. Die aktive wäre, das Thema anzusprechen und darum zu bitten, die Foie Gras von der Speisekarte zu nehmen. Auch nicht soooo leicht, dieser Schritt.

Ich verzichte auf den leckeren Bergkäse vom Marktstand, weil mir der Verkäufer auf meine Nachfrage nach dem Lab unwirsch mitteilt, dass Käse mit tierischem Lab hergestellt werden MUSS. Sonst schmeckt er nicht. Tut er doch! Man müsste es nur mal probieren. Eine Freundin von mir stellt Ziegenkäse her. Die habe ich nach dem Lab gefragt. Die Antwort: das war mir gar nicht klar, dass es auch mit mikrobiellem Lab geht. Das probier ich aus. Hat sie getan. Und das Ergebnis ist megalecker !

Ein Thema, das für mich gerade nachdenkenswert ist: Eine der Heilmethoden, die ich gelernt habe ist die Blutegeltherapie. Hatte ich nie ein Problem mit, da man die Blutegel nach der Therapie zurückgeben konnte und sie in einem ‚Blutegelrentnerteich‘ nach getaner Arbeit den Rest ihres Lebens verbringen durften. Inzwischen ist das aber gesetzlich verboten und so müssen die Tiere umgebracht werden. Seitdem möchte ich keine Blutegelbehandlung mehr durchführen. Ja, ja, ich sehe schon, wie manche hier das Gesicht verziehen und sagen: ist doch nur ein Egel. Klar. Aber muss ich den deshalb umbringen?  Erst macht der einen super Job und zum ‚Dank‘ dafür, lege ich ihn zum Sterben in den Tiefkühler? Nein, muss ich nicht, ich kann ihn auch zu Hause aufbewahren und dann darf er weiterleben….

Das meine ich mit den Konsequenzen. Es gibt Dinge, die kann ich leicht ändern, dann gibt es Dinge, die fallen mir wahnsinnig schwer. Wenn man mal anfängt, dann ist das ein offenes Ende. Je mehr man sich damit beschäftigt, desto mehr Veränderung bringt es…..und das ist dann die Veränderung zum Guten.

Das ist meine Bitte: einfach mal anfangen. Kleine Alltagssituationen überdenken und schauen, ob wir sie nicht besser machen können – für uns und die Tiere. Und niemanden überschütten mit grauenvollen Bildern. Die helfen nicht, sondern sie lähmen uns. Machen uns fast handlungsunfähig. Mir geht das jedenfalls so. Wenn ich ein Tier z.Bsp. kinesiologisch  behandle, dann schließe ich die Behandlung immer ab mit der Frage an mich selbst: Alles getan zum Wohl des Tieres? Wenn ja, ist gut. Wenn nein, mache ich weiter. So lange, bis es gut ist. So könnte ich dann auch den Satz, den ich neulich gelesen habe ‚ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen könnte‘ ersetzen mit ‚am Ende ist alles gut. Und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende‘ .

 

 

Wussten Sie schon, dass Menschen keine Mäuse

sind? Tatsächlich? Herzlichen Glückwunsch, denn dann sind Sie viel schlauer, als zum Beispiel der Wissenschaftsrat. Der Wissenschaftsrat ist ein Gremium, welches Forschungsvorhaben als förderwürdig einstuft. Zum  Beispiel das neue Forschungsinstitut Imitate der Albert-Ludwigs-Uni Freiburg. Ein Gremium ist prima. Finde ich. Das ist so schön neutral. Da kommt man nicht gleich auf die Idee, dass Menschen dahinter stecken. Denn Menschen sind doch eigentlich – oder werden zumindest so definiert –  verstehend, verständig, bzw. weise, gescheit, klug, vernünftig und was weiß ich noch alles.

Demnach können aber in dem Wissenschaftsrat, dem Gremium also, keine wirklichen Menschen tätig sein. Denn die müssten doch wissen, dass Menschen keine Mäuse sind. Oder der Herr Gerd Walz, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin des Freiburger Uniklinikums und  Imitate-Sprecher. Oder seine Forscherkollegen und -kolleginnen. Oder die Landeswissenschaftsministerin Theresia Bauer (von den Grünen !) und ihre  ‚Bundeskollegin‘ Johanna Wanka.

Denn selbst wenn diese Gremienmenschen und Direktorenmenschen und Tierforschermenschen und Wissenschaftsministermenschen nicht verstehend, verständig, vernünftig und weise sind, so könnten sie doch vielleicht wenigstens klug sein. Und kluge Menschen machen sich schlau, wenn sie was nicht gleich wissen. Und bringen in Erfahrung, was da mit insgesamt 57 Millionen Euro gefördert wird.

Sie machen sich zum Beispiel schlau darüber, ob es wirklich Sinn macht, durch Injektion von Krebszellen bei Mäusen bösartige Tumore auszulösen. Sie machen sich schlau darüber, dass es zwar gelingen kann, bei Mäusen diese im Labor hergestellten Tumore zu bekämpfen, dass sich aber daraus  keine wirksamen Therapien bei Menschen ergeben haben. Sie machen sich schlau darüber, dass Tierversuche nicht auf Menschen übertragbar sind – denn Menschen sind eben keine Mäuse. Und nebenbei bemerkt auch keine Schafe. Denn den Schafen wurden dann schon mal in einem Versuch die Beine gebrochen um herauszufinden, wie das denn mit dem Zusammenwachsen der Knochen so ist. Bei den Schafen. Die auf 4 Beinen laufen und nicht auf 2 Beinen so wie wir Menschen. Und wer auf 4 Beinen läuft, der hat eine ganz andere Belastung als einer, der auf 2 Beinen läuft. Wo macht der Vergleich und die Forschung hier Sinn? Und warum wird nicht viel mehr Geld in tierversuchsfreie Forschungsmethoden investiert – davon wurden unzählige in den letzten Jahrzehnten entwickelt. Zum Beispiel In-vitro-Verfahren, bei denen potentielle Wirkstoffe an Mikroorganismen oder menschlichen Zellen und Gewebe getestet werden. Und diese Tests an Mikroorganismen und Zellen und Gewebe sind schmerzfrei!

Die obenstehenden Informationen über den Unsinn der Tierversuche sind Auszüge aus  der Broschüre ‚Der Mensch ist keine Maus – falsche Versprechungen der tierexperimentellen Forschung‘ von  ‚Ärzte gegen Tierversuche e.V.‘ Ausführliche Informationen finden Sie unter http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de.  Wenn Sie denken, Sie halten das nicht aus, das wollen Sie nicht lesen und nicht die Bilder sehen auf der o.g. Homepage, dann fasse ich hier am Ende dieses Beitrags nur ein paar Fakten zusammen. Für Menschen, die Tiere lieben und helfen möchten, dass diese ganzen sinnfreien Tierversuche endlich aufhören. Und die vielleicht auch endlich mal Argumente haben möchten gegen Tierversuche und nicht ’nur‘ einen Kloß im Hals, das Gefühl, dass so etwas einfach nicht sein darf. Dass wir so etwas nicht zulassen dürfen. Dass es ethisch nicht vertretbar ist. Und für  Gremien und schon erwähnte Personenkreise, die sich vielleicht auch mal über das informieren wollen, was sie so großzügig finanziell unterstützen und fördern. Schlau machen halt.

Und das ist meine Bitte an Sie: Wir haben heute alle Möglichkeiten, uns zu informieren. Sie, als Fürsprecher für die Tiere: sammeln Sie Argumente gegen Tierversuche, tauschen Sie sich aus, schließen Sie sich zusammen, schauen Sie nicht weg. Tun Sie Ihre Meinung kund und holen Sie sich Unterstützung. Stellen Sie sich vor, es ist Ihr Hund, Ihre Katze, Ihr Pferd, Ihr Tier – egal was es ist. Tierversuche verursachen so viel Leid, Kummer und Schmerzen: für nichts.

Und Sie, die Sie mit Tierversuchen zu tun haben, direkt oder indirekt: Hinterfragen Sie das, muss es wirklich sein, dass so viele Millionen von Tieren sterben? Wenn Sie nur den geringsten Zweifel haben: artikulieren Sie ihn. Machen Sie sich zu Nutze, dass wir heute Zugriff auf die Ergebnisse der Versuche haben können und hinterfragen Sie die Erfolge kritischer. Machen Sie sich bewusst, dass nicht an Dingen sondern an Lebewesen geforscht wird. Und in diesem Fall können Sie forschen mit foltern gleichsetzen.

Und Sie, die mit Tieren so gar nichts am Hut haben. Wahrscheinlich sind Sie dann gar nicht auf dieser Seite – wenn aber doch, dann denken Sie einfach darüber nach, wie es wäre, wenn Sie stundenlang in einem Becken um Ihr Leben schwimmen müssten. Vorher hat man Ihnen noch ein bisschen Testosteron gespritzt. Warum Sie um Ihr Leben schwimmen müssen? Wenn Sie aufgeben und sich treiben lassen, dann ist erwiesen, dass Sie zu Depressionen neigen und keinen Lebensgeist haben. Blöder Test? Nicht aussagekräftig? Richtig ! Wird aber an der Universität Düsseldorf an Ratten durchgeführt. Und ist sicher auch von einem Gremium als förderwürdig eingestuft worden. Was wäre eigentlich, wenn Sie sich treiben lassen um Energie zu sparen? Depression, fehlender Lebensgeist oder etwa eine schlaue Überlebensstrategie?

 

Und hier sind sie jetzt also, einige Fakten über Tierversuche, zitiert/übernommen aus dem Informationsblatt der Ärzte- gegen-Tierversuche.eV

  • Tierversuche sind grausam. Mehr als 3 Millionen Tiere sterben jedes Jahr in Deutschland im Tierversuch. D.h. alle 10 Sekunden stirbt ein Tier. Die Dunkelziffer ist mindestens 2,5 mal so hoch, tatsächlich leiden und sterben 7,7 Millionen Tiere im Labor
  • Tierversuche sind nicht übertragbar. Ratten vertragen 300-mal mehr Asbest als der Mensch, bevor sie Krebs bekommen. Mäuse vertragen 1 Million mal mehr Bakterien als der Mensch, bevor sie eine Blutvergiftung bekommen
  • Bei 25.000 Tierversuchsstudien gab es eine ‚Erfolgsquote‘ für die klinische Anwendung von 0,024%.
  • Tierversuche sind gefährlich. Zwar leider hauptsächlich für die Tiere aber nicht nur. 92 % der aufgrund von Tierversuchen für den Menschen als wirksam und ungefährlich geltenden Medikamente fallen durch die klinische Studie (= Menschenversuch) und erhalten keine Marktzulassung (wieviel Geld wird denn dann dafür verpulvert?)
  • 20-50% der zugelassenen Medikamente werden später wieder vom Markt genommen oder mit Warnhinweisen versehen.
  • 58.000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr an Nebenwirkungen tierversuchserprobter Arzneimittel = Todesursache Nr. 4
  • Tierversuche sind Geldverschwendung. Mindestens 2,7 Milliarden € stehen allein der Deutschen Forschungsgemeinschaft jährlich aus unseren Steuergeldern für Tier- versuche zur Verfügung – der tierversuchsfreien Forschung nur 4-5 Millionen €.
  • Tierversuche sind ein lukratives Geschäft. Zwischen € 60,00 und € 2.000,00 kostet 1 Maus, je nachdem, wie der Experimentator sie ‚gebaut‘ haben will. Daraus ergibt sich allein in Deutschland ein Umsatz von 1,9 Milliarden pro Jahr nur für MÄUSE.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich geh den ganzen Weg…

Cleopatra

mit Dir, das habe ich in Gedanken immer zu meinen Tieren gesagt, wenn sie älter und grauer wurden. Und danach möchte ich nicht noch einmal ein Tier haben und wieder vor der Entscheidung stehen: muss ich mich jetzt verabschieden, mein Tier gehen lassen oder geht es von alleine. Und wenn ich es entscheiden muss, wann ist denn der richtige Zeitpunkt. Wer sagt mir denn, dass es jetzt ist und nicht schon einen Tag vorher oder eine Woche später? Mein erster Kater wurde eingeschläfert und ich konnte nicht dabei sein. Ich hab mir geschworen, das passiert mir nie wieder. Mein zweiter Kater starb in meinen Armen. Der dritte Kater wurde eingeschläfert, als ich verreist war. Ich habe es nicht geschafft, rechtzeitig zurückzukommen und habe mich furchtbar gefühlt.

Meine Katze hat mich viele, viele Jahre begleitet. Sie wurde sehr alt, sie wurde dement, sie  wurde taub, hat nur noch wenig gesehen, sie hat sich verlaufen und ich habe große Ängste ausgestanden, dass ich sie nicht wiederfinde. Sie war aber immer sehr freiheitsliebend und so habe ich erst die Katzenklappe verschlossen, als es gar nicht mehr anders ging. Da war sie aber zufrieden mit, sie hat zum Schluß eh die meiste Zeit verschlafen. Wenn sie wach war oder aufgewacht ist, hat sie nach mir gerufen. Da sie nichts mehr gehört hat, war das Rufen entsprechend laut, auch nachts. Ich habe mich oft wie gerädert gefühlt, wenn ich gerade erst eingeschlafen war und sie dann die Idee hatte, jetzt ist Zeit für Fressen oder Schmusen oder manchmal auch ein bisschen spielen. Und manchmal bin ich auf Unverständnis gestossen, weil ich nicht mehr abends weggehen wollte oder länger in Ferien in der letzten Zeit. ‚Du musst doch auch an Dich denken, wieso tust Du Dir das denn an?‘

Gegenfrage: Was hab ich mir denn angetan? Was sind ein paar – oder auch mal viele paar – Nächte mit wenig Schlaf? Es ist doch auch schön, wenn man zu seinem grauen Schnauzentier  geht, es zu sich nimmt und an sich kuscheln lässt und dieses dann entspannt einschläft für den Rest der Nacht, weil es sich aufgehoben und beschützt fühlt?

Ich war in ständiger Sorge, dass ich den ‚richtigen Moment‘ verpasse, dass ihr Zustand in Leiden übergeht und ich das vor lauter nicht Loslassen können nicht sehen will.

Ich habe schon viele Sterbebegleitungen gemacht und Tiere gehen sehen, es ist nichts Fremdes für mich und auch nichts Schlimmes. Das Sterben gehört halt dazu, bei jedem Lebewesen. Ich bin froh, dass wir die Möglichkeit haben, unseren Tieren zu einem würdigen Ende zu verhelfen und ihnen viele Schmerzen ersparen können. Und dass wir dabei sein können – wenn wir das denn können. Ich weiss, dass es viele Menschen nicht schaffen, diesen letzten Weg mit Ihrem Vierbeiner zu gehen, sie können es einfach nicht aushalten. Und deshalb muss sich auch niemand schuldig fühlen, unsere Tiere verstehen das schon. Die haben meist ihr Leben lang fast nichts anderes getan, als uns zu beobachten und zu studieren, manchmal denke ich, sie haben uns besser durchschaut als wir uns selbst. Aber es kann auch sehr sehr friedvoll sein, gemeinsam mit seinem Tiergefährten die letzten Stunden zu verbringen und da zu sein, dabei zu sein, wenn er sich von selbst auf den Weg in eine andere Welt oder ein anderes Leben macht – wer weiss das schon. Es zeigt sich nochmals eine große Verbundenheit und Innigkeit, gepaart natürlich mit großem Schmerz und Verlustgefühl. Aber so ist das halt, wenn einer geht, er hinterlässt ein Vakuum, eine unfassbare Lücke, eine unendliche Leere. Kein Katz mehr, das einen gurrend und schnurrend begrüßt, wenn man die Tür aufschliesst oder eben auch kein Hund mehr, der einem schwanzwedelnd entgegenkommt und fragt: und was machen wir jetzt, ich bin total ausgeruht und Du?

Es dauert lange, bis es tief drinnen an kommt, dass es kein ‚es ist‘ sondern jetzt ein ‚es war‘ heißt und ich bin froh, dass ich mit meiner Katze den ganzen Weg gehen konnte. Und es wäre mir nicht in den Sinn gekommen, sie zum Schluss noch in einen Transportkorb zu stecken und irgendwohin zum Einschläfern zu bringen. Ich habe das hier zu Hause, in meiner und ihrer vertrauten Umgebung machen lassen, ich habe mich vorbereitet, wollte bereit sein, den ganzen Weg mit ihr zu gehen und das war gut so, auch wenn es schmerzhaft war. Ich habe es nicht vorher gewußt, ob es der ‚richtige‘ Zeitpunkt war, aber sie konnte an mich gekuschelt friedlich gehen, sie ist wirklich eingeschlafen. Und erst Tage danach wusste ich, dass es tatsächlich der richtige Zeitpunkt war. Ich hab sie hier behalten, noch zwei Tage und Nächte und erst dann habe ich sie zum Einäschern abholen lassen. Das war nochmals ein schlimmer Moment, denn dann war auch der Körper weg, dann war sie ganz weg. Und es war nochmal ein Stück leerer.

Ich schreibe diesen Beitrag, weil ich es wichtig finde, sich mit dem Sterben und dem Verlust von seinem Tier zu beschäftigen. Und sich bewusst zu werden, dass man nur eine begrenzte Zeit zusammen hat. Und die sollte man nutzen, um es sich und seinem Vierbeiner gut zu machen. Um sich kennenzulernen, empathisch zu sein. Und wenn Sie Ihr Hund mal wieder mit seinen Dreckpfoten anspringt und Sie aussehen lässt, als hätten Sie schon die ganze Woche die selben Klamotten an, dann ärgern Sie sich nicht, schreien Sie ihn nicht an, überlegen Sie sich, was Sie tun können, um eine solche Situation in Zukunft zu vermeiden  – ihn zu erziehen wäre so eine Möglichkeit.

Und wenn Ihre Katze auf Ihre Lieblingsjeans pieselt oder die frisch gebügelte Wäsche Ihres Partners oder Ihrer Partnerin, dann überlegen Sie  nicht, sie abzugeben – die Katze -, sondern fragen sich, warum sie das macht und finden Sie eine Lösung.

Jetzt können Sie das noch. Irgenwann nicht mehr.

Mein Lieblingshundemädchen ist auch schon eine graue Schnauze und wenn sie manchmal nach einem Spaziergang so ganz langsam und gemütlich vor sich hintrottet oder mal stolpert, dann schau ich sie an und hoffe, dass sie uns noch lange Zeit erhalten bleibt. Und wenn sie dann massiv Streicheleinheiten einfordert oder mal ihre ‚zickigen Minuten‘ hat, dann hätte ich sie früher zurechtgewiesen. Heute denke ich: ok, sie ist halt eine alte Hundedame – lass mal gut sein. (Aber das lass ich sie natürlich nicht wissen, auf gar keinen Fall).

Ob irgendwann wieder eine Katze hier einzieht? Keine Ahnung, irgendwann vielleicht schon. Aber bis dahin möchte ich nicht gefragt werden: Und? Holst Du Dir eine Neue? Was soll das heißen: eine Neue? Das ist kein Auto, kein Dampfkochtopf, das ist, bzw. war ein Lebewesen, das mit mir, seinem Menschen, viele Jahre verbracht hat, das ist nicht austauschbar. Und: es braucht seine Zeit: zu trauern, sich zu verabschieden, sich an die neue Situation zu gewöhnen und das verdient Respekt. So wie der letzte gemeinsame Weg.

 

 

 

Flattert Ihnen auch jedes Jahr eine

freundliche Erinnerung ins Haus, dass die nächste Impfung für Ihren Vierbeiner fällig ist? Haben Sie sich jemals gefragt, ob das wirklich notwendig ist? Ihr Hund ist vielleicht schon eine graue Schnauze, die Katze kein Freigänger sondern ein Wohnungstiger – und trotzdem impfen? Jedes Jahr auf’s Neue?

Was passiert eigentlich bei einer Impfung? Eine Impfung ist eine Art künstliche Infektion. Mit einer Spritze werden abgeschwächte oder veränderte Erreger (z.Bsp. Grippeviren) dem Impfling (in diesem Fall Ihrem Haustier) millionenfach in den Körper injiziert. Damit wird der Weg der natürlichen Virusinfektion umgangen und der Organismus wird schlagartig von einer Heerschar von Viren überfallen, ohne dass er Zeit dazu hatte, sich darauf vorzubereiten und Abwehrmassnahmen ergreifen zu können. Bei einer natürlichen Infektion hätte der Körper mehrfach Gelegenheit zur Virusabwehr gehabt, zum Beispiel über die Schleimhautabwehr aller Körperöffnungen und – sollte diese Abwehr versagen – über die regionalen Lymphdrüsen.

Der Körper hätte nicht nur Gelegenheit zur Abwehr der Viren gehabt, sondern hätte sie auch kennen lernen und identifizieren können. Der ganz bestimmte Code, der jedem Virus zu eigen ist hätte zukünftg die Abwehrmaßnahmen des Körpers gegen diesen speziellen Eindringling optimiert und so das Immunsystem auf natürliche Art und Weise stimuliert.

Nach der Impfung – also der künstlichen Infektion – wird bei dem größten Teil der Impflinge ein erhöhter Abwehrspiegel (Antikörper-Titer) erzeugt. Das passiert aber nicht sofort, sondern erst nach einer Zeit der Abwehrschwächung (Immundepression). Jede Impfung bewirkt erst einmal eine Schwächung der Abwehr, weil der Körper ja keine Gelegenheit hatte, vorbereitend Abwehrmaßnahmen zu ergreifen. Nach der Abwehrschwäche steigt durch die Impfung der Antikörper-Titer sprunghaft an. Immunforscher sind der Meinung, dass erst danach der beabsichtigte Impfschutz vorhanden und belastbar ist. Die Frage ist aber, ob ein Körper ohne einen so hohen Antikörper-Titer wirklich schutzlos ist. Ist es nicht so, dass der Organismus auch aus eigener Kraft und ohne Impfung genügend wirksame Abwehrmöglichkeiten besitzt?

Die Immunabwehr stützt sich nicht in erster Linie auf eine dauerhaft vorhandene hohe Menge von Antikörpern gegen jeden erdenklichen Erreger auf dieser Erde – das wäre bei der Masse von unterschiedlichsten Krankheits- keimen auch gar nicht zu leisten. Die Immunabwehr stützt sich in erster Linie auf ein Wiedererkennungs- und Identifizierungssystem, bei dem jeder Krankheitserreger, gegen den der Organismus einmal Antikörper-Abwehrstoffe gebildet hat, wie auf einer Festplatte abgespeichert und jederzeit abrufbar, bzw. reaktivierbar ist.

Also erzeugt der Körper auch ohne Impfung die notwendigen Antikörper, wenn er mit denselben oder ähnlichen Keimen in Kontakt kommt. Daraus können wir durchaus logisch schließen, dass auch keine Folgeimpfungen notwendigen sind, wenn sich einmal Antikörper gebildet haben.

Auch Menschen werden nicht jährlich gegen Masern, Windpocken, Röteln etc. geimpft – Tiere aber schon! Die Frage ist doch: Warum soll das notwendig sein? Geimpft wird mit Lebendimpfstoffen oder sogenannten Totimpfstoffen. Die Lebendimpfstoffe wirken schneller und sollen verträglicher sein. ABER: Lebendwirkstoffe vermehren sich im Impfling und werden auch auf die Föten/Embryos übertragen und können über das Fleisch weiterverbreitet werden.

Den Totimpfstoffen werden zu den inaktivierten Erregern Zusatzstoffe beigefügt, die die Abwehrkräfte steigern sollen.

Lassen Sie diesen Satz einfach mal in sich wirken und denken Sie darüber nach: einerseits überschwemmt man den Körper mit Viren und schwächt die Abwehr, andererseits fügt man unnatürliche ‚abwehrsteigernde‘ Stoffe zu, die der Organismus ja auch noch irgendwie verarbeiten muss. Impfungen mit Totimpfstoffen müssen mehrfach wiederholt werden, um die Wirksamkeit zu steigern.

Was ist denn nun so drin in den Impfstoffen – egal ob tot oder lebendig? Da findet sich Fremdeiweiss, Viren, Toxine, Quecksilber !!, Aluminiumverbindungen !!, Antigene von Bakterien, Phenole (= u.a. Farbstoffe, Hormone, Säuren), Stabilisatoren – und die unterliegen zum größten Teil nicht dem Arzneimittelgesetz und müssen nicht toxikologisch geprüft werden.

Auch enthalten ist Gentamycin, ein Antibiotikum, das schwerste Nebenwirkungen hervorbringt. Dazu zählen Gehörschäden durch Schädigung des Hirnnerves, der für Gleichgewichtssinn und Hören verantwortlich ist. Diese Schädigungen sind meist irreversibel. Des weiteren Nierenschäden, Muskelschwäche, Taubheit der Glieder bis hin zum anaphylaktischen Schock, Epilepsie, Abort.

Wenn unbedingt geimpft werden muss, dann beachten Sie bitte unbedingt:  niemals in eine bestehende Krankheit hineinimpfen, keine Mehrfachimpfung (Kombiimpfung), die Tiere müssen voruntersucht und gesund sein, keine trächtigen Tiere impfen, keine Säuglinge impfen (die haben Antikörperschutz durch Muttermilch)

Und stellen Sie sich immer nochmals die Frage: muss das wirklich sein ?

Tollwutimpfung: bis vor ein paar Jahren wurde noch jährlich Tollwut geimpft – obwohl wir hier keine Tollwut haben. Dann kam die Information, die Tollwutimpfung ‚hält‘ für 2 Jahre und jetzt muss nur noch alle 3 Jahre gegen Tollwut geimpft werden. Stellt sich da nicht die Frage, wie ein Impfstoff, der sich seit Jahr und Tag nicht verändert hat, erst ein, dann zwei und jetzt plötzlich drei Jahre wirksam sein kann?

Nachdem alle Pferde, die an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen, seit mindestens 20 Jahren gegen die Pferde-Influenza geimpft werden, haben Herpesvirusinfektionen drastisch zugenommen. Also wird jetzt auch gegen Herpes geimpft.

Und noch was zum Nachdenken: wenn die Impfungen so wirkungsvoll sind, welche Gefahr ginge von einer ungeimpften Katze in einer Katzenpension aus? Oder von einem ungeimpften Hund in der Hundeschule? Wenn doch alle anderen Tiere dort geimpft sind, haben sie den super Impfschutz und es kann gar nichts passieren…..theoretisch. Aber die Wirksamkeit von Impfungen ist ein ganz eigenes Thema.

Ein Organismus, der gar nicht auf eine Impfung reagiert, ist oft nur zu schwach, um sich zu wehren und nicht so stark, dass es ihm nichts ausmacht! Ein gesunder Organismus muss sich gegen die Vielzahl von Viren, die ihm durch eine Impfung eingepflanzt werden wehren: durch Fieber, Müdigkeit, u.U. Erbrechen oder Durchfall. Deshalb geben Sie bitte NIE einem Tier, das nach einer Impfung Durchfall bekommt oder erbricht, Medikamente gegen diese Folgen – hier muss ausgeleitet und der Organismus unterstützt werden.

Impfschäden sind auch vererbbar und können über die Muttermilch übertragen werden. Nach einer Impfung braucht der Körper ein Ventil, um die Giftstoffe zu entsorgen – und dieses Ventil ist meistens die Haut. Es entstehen dann Pusteln, Ekzeme, Haarausfall, Ödeme….

Nach jeder Impfung kann es zu Erkrankungen oder Komplikationen kommen – auch Wochen und Monate später kann dies noch passieren. Nur bringt niemand mehr diese Erkrankung mit der Impfung in Verbindung.

Also, wenn Ihnen das nächste Mal eine freundliche Impfeinladung in’s Haus flattert, überlegen Sie gut, ob Sie sie annehmen. Und wenn Sie jetzt denken: ach diese Homöopathen, die machen da echt wieder ein Riesending draus, dann empfehle ich Ihnen das Buch: Hunde würden länger leben, wenn…….. In diesem Buch geht es nicht nur um Hunde, sondern um Tiere und Menschen und um das Impfen generell.

Und wer hat’s geschrieben? Eine Homöopathin? Nein! Eine Tierärztin, nämlich Dr.med.vet.Jutta Ziegler. Danke dafür!

Alles hat seine Zeit und alles braucht seine Zeit – eigentlich. Aber diese

Zeit wird immer schneller – im tatsächlichen Leben, im Umgang mit Menschen und Tieren und in der Wortwahl sowieso. Das spüre ich in meinem Leben und auch in meiner Arbeit sehr oft. Da ist ein Tier schon Wochen oder sogar Monate lang krank, alles mögliche wurde bereits probiert und jetzt liegt die große Hoffnung auf dem (schnellen) Erfolg einer homöopathischen Behandlung.

Ich nehme mir Zeit – für eine Erstanamnese ungefähr 1 bis 1 ½ Stunden. Ich stelle viele Fragen, ich nehme das Tier wahr, berühre es, finde das homöopathische Mittel, welches am Besten passt. Ich erkläre, welche Reaktionen auftreten könnten, aber nicht unbedingt müssen und wie die Homöopathie wirkt. Manchmal wirkt ein Mittel extrem schnell, innerhalb weniger Stunden oder Tage. Und manchmal braucht es Zeit: je länger eine Krankheit besteht, desto länger kann die Heilung dauern und auf dem Weg dorthin können alte Krankheiten wieder akut werden, um dann endgültig abzuheilen. Je nach Potenz lasse ich die Mittel dann auch mal länger und in Ruhe, ihre Arbeit tun’. Und höre dann: also vor einer Woche hat mein Tier jetzt das Mittel bekommen, warum tut sich da denn jetzt nichts. Dann nehme ich mir noch mal Zeit und erkläre: dass ich nicht jeden Tag ein anderes Mittel geben kann, dass ich nicht nach einer Woche ein Mittel wiederholen möchte, zeige auf, dass es doch bereits Veränderungen gab, aber halt Schritt für Schritt und nicht ‚Peng’ auf einmal ist alles gut.

Die Tierhalter meiner Patienten sind glücklicherweise überwiegend geduldig und der Erfolg gibt dem ‚Zeit lassen’ recht. Und sich Zeit lassen, bzw. sich Zeit geben, sollte man auch im Umgang mit seinen Tieren. Wenn ein Tier neu ins Haus kommt, muss es sich erst einmal orientieren. Es braucht Zeit, uns zu beobachten und Zeit um zu erkennen, wie der Tagesablauf bei uns ist und Zeit, zu lernen, was wir von ihm erwarten. Ich erziehe keinen Hund in 4 Wochen, selbst wenn es ‚eigentlich ein ganz Lieber, aber…’ ist oder megaintelligent. Ein Tier braucht Zeit für seine Entwicklung – so wie wir auch. Und gemeinsam brauchen unser Tier und wir richtig viel Zeit, um eine Beziehung aufzubauen (finde ich übrigens viel viel wichtiger, als dass der Hund gleich sitz, platz und bleib kann), um Vertrauen zu fassen und uns in unserem gemeinsamen Leben einzurichten.

Die Jahre bringen Veränderungen in unserem Leben, und auch für diese Veränderungen brauchen wir Zeit. Wir gehen mit unserem Hund durch die Welpenzeit, die Rüpelzeit und und und …und dann kommt die Zeit des Älterwerdens, da braucht es sowieso noch mal mehr Zeit – bei Menschen und Tieren.

Mir kommt es so vor, als wäre es in unserer jetzigen Zeit absolut wichtig, möglichst alles gleichzeitig zu tun: Mails bearbeiten und dabei die Katze streicheln, mit dem Hund rausgehen und über das Handy unsere Termine zu besprechen, selbst beim Ausreiten mit dem Pferd werden vom Sattel aus wichtige Gespräche geführt. Wenn ich mit Hundehaltern ‚Menschen-und-Hunde-Training’ mache, dann nehme ich mir auch Zeit: ich zeige, was der Hund mit seiner Körperhaltung ausdrückt, was er mitteilen will, was seine Reaktionen auf bestimmte Situationen bedeuten. Aber auch wenn es eine ‚Hundesprache’ gibt, gibt es unter Hunden Unterschiede im Ausdruck. Und wenn ich mir nicht die Zeit nehme, dies zu beobachten, dann lese ich ein Tier falsch und dann kann ich die Situation nicht verbessern, sondern verschlimmere sie u.U. noch durch eine Fehlinterpretation. (Das wäre dann die vergeudete Zeit.) Wenn mir ein Mensch sagt: mein Hund macht draußen bei anderen Hunden ‚blöd’, dann nehme ich mir die Zeit und schaue zuerst einmal, wie sich der Hund denn zu Hause in seinen vier Wänden verhält. Das ist wichtig, weil ich vom Verhalten drinnen auch auf das Verhalten draußen schließen kann. Und wenn wir Dinge drinnen verändern, kann sich das auf das Verhalten draußen positiv auswirken.

Ich gebe aber auch zu, dass ich höllisch aufpassen muss, um mich nicht mit dem ‚Alles-gleichzeitig-erledigen-können-müssen-Virus’ anstecken zu lassen. Da gibt’s jetzt nämlich jetzt nicht gerade mal ein Globuli dagegen, da liegt es an mir, darauf zu achten, dass ich mich nicht mit meinem Auto an jemandem vorbeiquetsche, der gerade nicht auf Anhieb in seine Parklücke passt und dass ich nicht vor dem Fahrradfahrer noch schnell über die Straße laufe oder ungeduldig mit dem Fuß tapse, wenn der Mensch vor mir an der Kasse sein passendes Kleingeld nicht schnell genug aus dem Geldbeutel klaubt.

Dabei hilft mir aber sehr, dass ich mich in die Situationen hineinversetzen kann: ich werde sauer und extrem gestresst, wenn Mitmenschen rücksichtslos mit einem Affenzahn an mir mit Fahrrad oder Auto vorbeidonnern, mir den Einkaufswagen in die Fersen rammen, mich – den Blick fest auf ihr Handy gerichtet – einfach umrennen und keine Zeit haben Entschuldigung zu sagen (ihnen aber genügend Zeit bleibt um ein ‚Mensch pass doch auf’ über die Lippen zu bekommen).

Um das mal schnell alles kurz zusammen zu fassen: lassen Sie sich Zeit, setzen Sie sich nicht dauernd selber unter Druck und denken Sie immer daran: alles hat seine Zeit, alles braucht seine Zeit und auch Tim Bendzko hat es nicht geschafft, nur mal kurz die Welt zu retten.

Sept 2017 Överkalix 189

Mehr Beiträge zum Thema Zeit gibt es auch in der Blogparade: http://emotures.de/allgemein/blogparade-endlich-zeit-finden

Ich zieh mir mein Fell aus …..

Mimi, eine grauweiße Katze mit längerem Fell macht ihrem Frauchen Sorgen. Sie rupft sich die Haare aus und niemand weiß warum. Es wurde ein großes Blutbild gemacht, alle Werte sind tiptop in Ordnung. Als ich zu unserem vereinbarten Termin komme, sitzt Mimi auf dem Fensterbrett. Die Vorderpfötchen stehen nebeneinander, der Schwanz ist sorgfältig einmal um die Katze geringelt – sie wirkt ein bisschen wie eine Prinzessin, die ihren Besuch empfängt. Nur ihr Fell passt nicht so richtig zum Prinzessinenimage: überall hat sie kahle Flächen, als hätte sie die Motten. Als ich sie anspreche, legt sie erst ihren Kopf in meine Handfläche und dann leckt sie mir über die Finger und schnurrt. Die Anamnese ist umfangreich und dauert lange, Mimi verharrt die ganze Zeit in ihrer ursprünglichen Stellung und blinzelt uns ab und zu an. Ich stelle Fragen über Fragen, es gibt keinen Hinweis auf einen Grund von Mimis Rupfattacken. Ich frage die Tierhalterin, ob sie in letzter Zeit in den Ferien war, das verneint sie. Eine andere Katze, die mit im Haushalt lebte war vor einem Jahr gestorben, aber Mimi hat nicht sehr um sie getrauert. Ich bin ein bisschen ratlos, frage ob es sonst irgendwelche Veränderungen gegeben hätte, Handwerker, neue Möbel? Nein, nichts. Aber die Schwester der Kundin war für ein paar Tage zu Besuch gewesen, die hätten sich aber gut verstanden. Die Kundin hat die Schwester wieder nach Hause gefahren und danach fing das mit dem Rupfen richtig heftig an. Dann stellt sich heraus, dass die Schwester ziemlich weit entfernt wohnt und die Tierhalterin deshalb 3 Tage weg war, die Fahrt wäre sonst zu anstrengend geworden. Also hatte doch eine Trennung statt gefunden und zwar gleich doppelt: von der Schwester der Kundin und dann auch noch von der Kundin selbst. Auch wenn es nur für ein paar Tage war. Während ich in meinen Gedanken die passenden homöopathischen Mittel durchgehe, versenkt Mimi ihre Nase an einer Stelle, an der noch Fell vorhanden ist, zuppelt ein bisschen daran herum und rupft sich ganz ruhig und gelassen ein Büschel aus. Sie kuckt noch mal zu uns und wiederholt das Ganze an einer anderen noch behaarten Stelle. Es hat nur eine einzige Gabe von dem passenden homöopathischen Mittel gebraucht um Mimis Kahlschlag zu beenden. Das Fell ist nachgewachsen und als die Tierhalterin das nächste Mal ihre Schwester besucht hat, hat Mimi das Mittel nochmals zur Unterstützung bekommen und hat ihr Fell dort gelassen, wo es hingehört: an ihrem Katzenkörper.